Bis zum 6. Januar ziehen sie von Tür zu Tür und sammeln Spenden für Kinder in Not
Die Sternsinger machen sich auf

Vom Kirchheimer Rathaus aus haben die katholischen Kirchengemeinden Sankt Ulrich und Maria Königin ihre Sternsinger ausgesandt. Unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein“ ziehen sie bis zum 6. Januar von Tür zu Tür und sammeln für Kinder in Tansania.

Antje Dörr

Kirchheim. Ein bisschen verrückt sind sie ja schon, die Sternsinger. Das findet zumindest Pastoralreferentin Bettina Prenzel. Während andere Gleichaltrige im Warmen sitzen und mit ihren Weihnachtsgeschenken spielen, stapfen die Sternsinger mitten in den Weihnachtsferien durch die Kälte, singen und sagen ihre Sprüchlein auf. An manchen Türen werden sie mit einem Lächeln empfangen, andere Menschen können nichts mit ihnen anfangen und vermuten, dass da irgend so eine verrückte Faschingsgruppe vor ihrer Tür aufgekreuzt ist.

„Manchmal hat das Verrücktsein aber auch seine ganz guten Seiten“, sagte Bettina Prenzel bei der Aussendung vor dem Rathaus. Schließlich schlagen sich die Kinder ihre freie Zeit nicht umsonst um die Ohren. „Ihr wollt den Segen der Weihnachtsbotschaft zu den Menschen bringen“, sagte Prenzel. „Damit tut ihr nicht nur den Menschen, die ihr besucht, etwas Gutes, sondern auch Kindern, denen es nicht so gut geht.“

In diesem Jahr sammeln die Sternsinger besonders für Kinder in Tansania. „Ihr bringt Kindern einen Segen: Dass sie lernen dürfen. Denn wer lernt, hat gleich ganz andere Chancen auf dieser Welt“, sagte Bettina Prenzel. Mit dem Leitwort „Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit“ machen die Sternsinger deutlich, dass Kinder überall auf der Welt das Recht auf medizinische Versorgung haben. Die Finanzierung von Gesundheitsstationen in ländlichen Gegenden, die Unterstützung von Vorsorgeuntersuchungen und kostenfreien Behandlungen von Mädchen und Jungen in medizinischen Einrichtungen, die Förderung von Aufklärungsprogrammen in den Bereichen Hygiene, Ernährung und Prävention, die Anschaffung von medizinischem Gerät oder die Ausbildung von Ärzten und Krankenpflegern – zahlreiche Projekte werden von den Sternsingern unterstützt.

Bis zum 6. Januar sind die Mädchen und Jungen mit ihren Betreuern unterwegs. Sie singen und schreiben in Kirchheim und den Filialgemeinden von Sankt Ulrich und Maria Königin mit Kreide den Segen an die Türen: „20*C+M+B*13“ – „Christus mansionem benedicat“. Übersetzt aus dem Lateinischen heißt das „Christus segne dieses Haus“.

Vor dem Rathaus segneten die Pfarrer von Sankt Ulrich und Maria Königin, Franz Keil und Winfried Hirrlemann, die Symbole der Sternsinger: die Kronen, den Weihrauch und die Sterne. „Toll, dass ihr Sternsinger den Menschen mit euren Besuchen Freude bereitet“, sagte Franz Keil. Er freute sich darüber, dass neben Kindern aus den katholischen Gemeinden auch Mädchen und Jungen aus den evangelischen Gemeinden „ganz selbstverständlich“ dabei sind. „Das ist ein schönes ökumenisches Zeichen.“ Die Sternsinger setzten mit ihrer Spendenaktion ein „Zeichen der Nächstenliebe von Kindern für Kinder“. Franz Keil wünschte den Buben und Mädchen offene Türen und offene Herzen. „Die eine oder andere Frusterfahrung werdet ihr auch machen müssen“, sagte er. „Ich wünsche euch, dass sie euch nicht so sehr unter die Haut gehen.“

Bundesweit beteiligen sich die Sternsinger in diesem Jahr an der 55. Aktion Dreikönigssingen. 1959 wurde die Aktion erstmals gestartet, die inzwischen die weltweit größte Solidaritätsaktion ist, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Sie wird getragen vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Jährlich können mit den Mitteln aus der Aktion rund 2 200 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden.