Das Krisengespräch im Paradiesle ist keine Eintagsfliege. Es steht für eine neue Beteiligungskultur, ein neues Miteinander im städtischen Leben. „Die Gesellschaft ist im Fluss“, meint Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker mit Blick auf den demografischen Wandel und neue Wohnformen: Junge Familien übernehmen längst nicht mehr die Häuser ihrer Vorfahren. Gute Nachbarschaft unter bislang Unbekannten ist das Ziel. Quartiersmanager leisten mancherorts gute Dienste. Im Falle Kirchheims verweist Sozialamtsleiter Roland Böhringer stolz auf die erfolgreichen Nachbarschaftsnetzwerke, beispielsweise im Klosterviertel. „In Netzwerken redet man eher miteinander“, nennt Böhringer eine wesentliche positive Erfahrung. In Kirchheim wurden schon viele Foren zur Beteiligung von Bürgern geschaffen. Neben den Nachbarschaftsnetzwerken gibt es den City-Dialog oder auch diverse Aktivitäten in den Ortsteilen. Hier wirkt die Stadt nur moderierend. Die städtische Gesellschaft wird gewissermaßen neu entwickelt, und dabei geht es auch um den Umgang der Generationen miteinander. Moderation ist auch die Hauptaufgabe der Verwaltung bei Konflikten. Das zeigt sich im Paradiesle oder zuvor in der Moschee. „Wir merken bei Gesprächen, dass sich Menschen nahekommen, die Aggressionen gegeneinander gehegt haben“, sagt Matt-Heidecker. Es gelte, Planungen auf kleinste Einheiten herunterzubrechen: „Verwaltungsarbeit muss sich verändern.“ist
Die Verwaltung geht neue Wege als Moderatorin des Zusammenlebens
