Lehre an der Hochschule, Tätigkeit in der Praxis und das Verfassen einer Doktorarbeit: Das sieht die Tandem-Professur vor. Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) ist bundesweit die erste und aktuell einzige Hochschule, die im Rahmen dieses Modells einen neuen Weg geht. Gleich sechs Tandem-Professuren sind an der HfWU aktuell am Start. Die Inhaberinnen stellten jetzt bei einer Kick-off- und Vernetzungs-Veranstaltung ihre Forschungsprojekte vor.
Frische Ideen
Professorin Andrea Spielvogel befasst sich in ihrer Promotion mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Unternehmenspraxis. Zuvor war sie langjährig im Topmanagement verschiedener Unternehmen tätig. „Mit der Tandem-Professur bekommen die Studierenden die Möglichkeit, von Menschen aus der Wirtschaft zu lernen – weg vom theoretischen akademischen Lernen hin zur aktuellen praxisnahen Anwendung“, sagt Spielvogel.
Um die Verwaltung im öffentlichen Sektor geht es beim Promotionsvorhaben von Professorin Caroline Raps. Neben der Lehre an der HfWU und der Arbeit an der Promotion deckt die Tätigkeit am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart den Praxisanteil ab.
Professorin Simone Bergande war im Personalbereich von verschiedenen Unternehmen tätig, bevor sie an der HfWU die Tandem-Professur für „Leadership und Coaching“ antrat. Ihre Forschungsarbeit befasst sich mit der Führungskräfteentwicklung im Pflegekontext.
Als Tandem-Professorin für Gesundheitspsychologie lehrt Professorin Katharina Hums seit dem vergangenen Sommersemester an der HfWU. Sie stellte im Rahmen der Kick-off-Veranstaltung den Stand ihrer Promotion zu „Einfluss und Stärkung von Ressourcen bei Studierenden“ vor.
Die Theatertherapeutin Professorin Katrin Röhlig untersucht, wie Theatertherapie in der Nachsorge von Krebspatientinnen wirkt. Ihr Forschungsprojekt untersucht Wohlbefinden und Resilienz in der onkologischen Versorgung bei Brustkrebspatientinnen. Aus dem künstlerisch-therapeutischen Kontext kommt auch Professorin Aylien Yanik. Im Rahmen einer Tandem-Professur für Theater- und Dramatherapie promoviert sie unter dem Titel „Kraft der Ermutigung“ über die „verkörperte Sicherheit durch polyvagal-informierte Dramatherapie“. Aus der Sichtweise der Polyvagal-Theorie untersucht sie die These, dass bei einer depressiven Erstarrung und sozialer Isolation allein kognitive Einsichten für eine Besserung nicht ausreichen. pm
