Musiknacht-Prozess verschiebt sich erneut
Dritter Ausfall

Weil eine Richterin erkrankt ist, ist die Verhandlung im Prozess Nürtinger Musiknacht ausgesetzt worden. Dies ist in dem Mammutverfahren um den Überfall vom 8. Mai 2010 schon der dritte Ausfall wegen Krankheit.

Nürtingen. Die neun Verteidiger, der Staatsanwalt und die Zeugen erfuhren von dem geplatzten Termin am gestrigen Mittwoch erst Minuten vor Prozessbeginn. Sie waren allesamt umsonst angereist. Immerhin kommen einige sogar aus Mannheim und aus Karlsruhe. Die Spesen, die ihnen entstanden sind, wird die Justiz zu tragen haben. Ebenso die Kosten, die den Sachverständigen, den Dolmetschern und den angereis­ten Zeugen entstanden sind.

An diesem 22. Verhandlungstag sollte unter anderem ein Kriminalbeamter aus Esslingen vernommen werden, der die Verbindungsdaten der Mobiltelefone einiger der Angeklagten ausgewertet hat. Dies geschieht nun erst am nächsten Sitzungstag, am Mittwoch, 4. Mai.

Durch den Ausfall des gestrigen Sitzungstages und zweier weiterer Prozesstage in den vergangenen Wochen verschiebt sich der gesamte Terminkalender der 3. Großen Jugendstrafkammer nach hinten.

Nach dem bisherigen Prozessplan sollte der 26. September als möglicher Tag für die Urteilsverkündung dienen. Laut einem der Verteidiger könnte jetzt der Umstand eintreten, dass ein Abschluss per Urteil erst schlimmstenfalls im Dezember 2011 stattfindet. Die Strafkammer hat zwar für krankheitsbedingte Richter-Ausfälle einen Ergänzungsrichter im Verfahren. Der jedoch soll erst für ganz gravierende Ausfälle, zum Beispiel Unfall, einspringen.

Eigentlich wollten die Richter schon im März den Fall beenden, scheiterten aber am Veto der Staatsanwaltschaft, die die Auffassung vertritt, dass alle neun jugendlichen Angeklagten nicht nur wegen Körperverletzung, sondern auch wegen versuchten gemeinschaftlichen Mordes zu verurteilen sind.