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„Eigentum verpflichtet“

Bei der Infoveranstaltung zum Verein „Schwäbisches Streuobstparadies“ nutzten einige Besucher die Gelegenheit, Fragen rund um das Thema Streuobstwiesen zu stellen.

Esslingen. So mancher Besucher äußerte seine Bedenken, ob und wie junge Leute für die Streuobstwiesen zu gewinnen sind. „Die Jugend auch noch für diesen Verein zu begeistern, wird schwierig“, sagte beispielsweise ein Mitglied des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Neuffen. Ein weiteres OGV-Mitglied aus Plochingen berichtete von Streuobstwiesen, die sich an Steilhängen befinden und bei denen eine Bewirtschaftung deshalb überaus schwierig sei. „Schon das Hinfahren und Parken ist problematisch.“

Eine andere Besucherin bat darum, den Landschaftsschutz zu lockern: Um die Arbeit für die Gütlesbesitzer zu erleichtern, sollten sie ihre Geräte und Mäher in Hütten unterbringen können. „Dieses Thema haben wir immer wieder“, sagte Landrat
 Heinz Eininger. „Ich weiß um die Problematik. Gemeinschaftsschuppenanlagen könnten die Lösung sein.“

Ein Besucher betonte, dass der Verein eine gute Sache sei. Dennoch: „Er muss sich noch stärker engagieren und bei der Bewirtschaftung und


Apfelsaftkonzentrat aus China: „Wir 
waren geschockt“

Pflege von verwilderten Grundstücken helfen.“ Bei der Erstpflege könne man die Gütlesbesitzer unterstützen, entgegnete der Landrat. Er konstatierte aber auch: „Eigentum verpflichtet.“

Auf das Life-Plus-Projekt und den Streuobst-Erlebnispfad in Dettingen ging ein weiterer Besucher ein: „Dort wurden ganze Landschaften umgewidmet, weil sich die Streuobstwiesen nicht halten lassen“, sagte er. „Ist das die Zukunft oder ein Ausreißer?“ In Dettingen seien ihres Wissens keine privaten Flächen, sondern Erwerbsobstanlagen der Kommune umgewidmet worden, entgegnete Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger.

Eine Landwirtin aus Kirchheim ging darauf ein, dass an manchen Kindergärten das Thema Streuobstwiesen und -produkte nicht präsent sei. So hätten ihre Kinder in einem Kindergarten Apfelsaftkonzentrat aus China zu trinken bekommen. „Das hat uns geschockt.“ Hier müsse der Verein tätig werden. Verena Gröt­zinger konnte jedoch von anderen Erfahrungen berichten: „Bei uns gehen die Kinder auf die Wiesen und sammeln Obst auf.“ Der Verein könne sicherlich Impulse setzen, aber es handle sich um ein gesellschaftliches Thema. „Alle Akteure sind gefragt – auch die Eltern.“