Lenningen. Eine gelungene musikalische Feier der Liebe zum Valentinstag und einen wertvollen Beitrag zur Kultur in der Region gaben die Gesangssolisten Lenningen unter Leitung von Professor Dr. Aylish Kerrigan zusammen mit dem spanischen Tenor Juan Remon im gut besuchten katholischen Gemeindehaus Sankt Mariae Himmelfahrt in Oberlenningen.
Der Auftakt bestand aus deutscher Liedkunst mit Werken von Brahms, Clara Schumann, Richard Strauss, Josephine Lang und Felix Mendelssohn Bartholdy. Regina Schlecht begeisterte dabei mit ihrer innigen Interpretation von „Allerseelen“ und „Zueignung“ von Strauss. Einen bewegenden Vortrag von „Warum willst du andre fragen“ von Clara Schumann bot der Bariton Rainer Strohwald. Die schöne Altstimme von Martina Resch glänzte sowohl in „Wie glänzt so hell dein Auge“ von Josephine Lang als auch in dem feinfühlig gesungenen Duett zusammen mit Regina Schlecht „Volkslied“ von Felix Mendelssohn. Helen Müller-Höflinger erschien wie das Ebenbild der schönen Frau, die sie in „The Rose of Tralee“, einer irischen Ballade, besang: Sie wird nicht nur wegen ihrer Schönheit geliebt, sondern wegen der Wahrheit, die aus ihren Augen strahlt. „Come un fiume tu“ von Ennio Morricone, bekannt durch Andrea Bocelli, wurde auch gestisch gut interpretiert von Martina Hanßum.
Dann hieß es: Bühne frei für den Tenor. Juan Remons volle Stimme, die an Placido Domingo erinnert, erfüllte den Saal. Mit seinem spanischen Temperament fesselte er bei seinem Vortrag von „Granada“ die Zuhörer. Es folgten zwei Duette mit Martina Hanßum, bei denen sie das Publikum mitrissen.
Nach einer Pause mit Snacks und Erfrischungen folgten Songs aus Musicals und Operettenarien. Die junge, talentierte Romy Hink begeisterte mit ihrer hautnahen Interpretation des Titelsongs der Veranstaltung „My Funny Valentine“. Eine ruhige und tief gehende Version von „Smoke Gets in Your Eyes“ bot Rainer Strohwald, der später mit seiner Enkeltochter zusammen eine gelungene Darbietung von „Let Me Call You Sweetheart“ auf die Bühne zauberte. Starke Bühnenpräsenz spürte man bei Martina Reschs Vortrag von „One Hand, One Heart“ von Leonard Bernstein. Einen charmanten Abschluss des Musicalteils bot Romy Hink mit Kurt Weills sinnlichem „Speak Low“.
In keiner Kunstform wird die Liebe mehr gefeiert als in der Operette. Hier gab Martina Resch den musikalischen Leckerbissen „Schau einer schönen Frau nie zu tief in die Augen“ zum Besten, gefolgt von Franz Lehars berühmten „Lippen schweigen“ in einem gelungenen Arrangement für alle Sänger. Das Grand Finale war eine mitreißende Interpretation von „Tonight“ aus der West Side Story, ebenso mit allen Solisten, die mit anhaltendem, begeistertem Applaus quittiert wurde. Viele Besucher blieben noch lange nach dem Konzert, um sich mit den Musikern zu unterhalten und das Erlebte zu würdigen.
Begleitet wurde das Ensemble von der Pianistin Esther Park, die es in ihrem brillanten Spiel verstand, sehr gut auf die verschiedenen Sänger einzugehen.
Optisch wurde die Veranstaltung aufgewertet durch Aquarelle von der Lenningen Malerin Margarete Meisner, das Bühnenbild und die Saaldekoration von Martina Hanßum. Regie führte Andrea Haupt. ge
