Dettingen. Der Eingangsbereich des Dettinger Rathauses soll mit zwei Automatiktüren barrierefrei umgestaltet werden. Außerdem sollen die beiden Obergeschosse künftig auch über einen Aufzug, der an der Ostseite im hinteren Teil des Rathauses eingebaut werden soll, erreichbar sein. In diesem Zug will die Gemeinde darüber hinaus Malerarbeiten erledigen und die Treppen und Böden sanieren lassen. Das beschlossen die Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Montagabend.
Unter dem Strich liegen die Kosten einschließlich eines Sicherheitsaufschlags von fünf Prozent bei 445 000 Euro, wobei der Gemeinde noch Mittel aus dem Landessanierungsprogramm zur Verfügung stehen. Förderfähig sind rund 227 000 Euro; wie viel Fördermittel dann tatsächlich fließen, müsse noch abgewartet werden, sagte Kämmerer Jörg Neubauer gegenüber dem Teckboten. Baubeginn ist im Sommer; die Arbeiten sollen größtenteils in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Eine längere Diskussion ergab sich im Ratsrund aufgrund der Tatsache, dass der Aufzug wegen unterschiedlicher Geschosshöhen nicht das Untergeschoss anfahren soll. Wie Architekt Roland Sigel erläuterte, sei eine Erreichbarkeit des Untergeschosses baulich schwierig und nur mit hohen Kosten umzusetzen. „Von der Wirtschaftlichkeit her betrachtet, wäre dies nicht angebracht.“
„Ich bin ein bisschen unglücklich über diese Lösung“, sagte Hermann Pölkow (SPD). „Wenn wir schon einen Aufzug einbauen, dann sollten alle Etagen erreicht werden können. Es ist klar, dass dies mehr kostet, aber ich halte es für wichtig.“ Auch Bärbel Weinacht von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) hielt die Entwurfsplanung für „verkrampft“ und wollte wissen, ob ein Außenaufzug eine Alternative wäre. Diese Option scheitert jedoch an der Statik und am Grenzabstand, erläuterte Bürgermeister Rainer Haußmann. Er gab zu bedenken, dass die Feuerwehr, die einige Räume im Untergeschoss nutzt, keinen Aufzug benötige. Publikumsverkehr gebe es im Untergeschoss nicht. Auch die Verwaltung könne auf einen Aufzug in das Untergeschoss verzichten. Außerdem würde der erforderliche Umbau für den Aufzug im Untergeschoss zu Platzproblemen für die Feuerwehr führen.
Darüber hinaus handle es sich beim Dettinger Rathaus um einen Altbau aus dem Jahr 1961, gab Haußmann zu bedenken. „Hier einen Aufzug einzubauen, ist eine echte Herausforderung. Das kann man nicht mit einem Neubau vergleichen.“
„Solange das Untergeschoss von der Feuerwehr genutzt wird, sehe ich keinen Bedarf für den Aufzug“, sagte Peter Bayer (FWG). Die zusätzlichen Kosten – Architekt Sigel sprach von mindestens 50 000 Euro – „würde ich einsparen“, ergänzte Bayer. Wie die Gemeindeverwaltung hielt er es ebenfalls nicht für notwendig, die Tiefgarage anzubinden. „Wir haben ja auch überirdische Parkplätze.“
Diese Meinung teilte schließlich die Mehrheit des Gremiums. Hermann Pölkows Antrag, die Untergeschoss-Erreichbarkeit nochmals zu überprüfen, fand bei vier Für- und sieben Gegenstimmen sowie einer Enthaltung keine Mehrheit. Zehn Gemeinderäte stimmten für den Vorschlag der Gemeindeverwaltung, zwei enthielten sich.
