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Ein Ex-Profi macht den Jedermännern Beine

Er nahm‘s auf seine Art: mit einem Lächeln. „Ein paar haben das wohl missverstanden“, meinte Jörg Ludewig, nachdem er frisch geduscht die ersten Interviews gab. Der Mann, der fünf Sprachen spricht, seine Profikarriere 2007 beendete und seitdem Vertiebsleiter bei Lightweight ist, hat drei Mal die Tour de France absolviert – und am Sonntag das Hobbyrennen auf dem Alleenring.
Viele hat die unverhoffte Prominenz gefreut, manche fühlten sich verschaukelt. Dabei ließ sich der 36-Jährige bei jeder Sprintwertung dezent zurückfallen und hielt sich auch im Zielsprint raus. Ludewig tat das, was er früher immer tat: Er machte die Pace für seine Teamkollegen und schlüpfte in die Helferrolle. So ganz ohne Wirkung blieb der Ex-T-Mobile-Profi im Feld dann aber doch nicht: Mit einem Durschnittstempo von 42 Stundenkilometern war das Hobbyrennen, in dem angesichts der übervollen C-Klasse zahlreiche Lizenzfahrer mitmischten, so schnell wie nie zuvor.
Die beiden Lightweight-Jedermänner Andreas Miller aus Jesingen und Ralf Böhm aus Weilheim nahmen die Dienste ihrer prominenten Zugmaschine jedenfalls gerne an. Miller fasste sich am Ausgang der Wendeschleife am Johannes-Busch-Gemeindehaus ein Herz und brachte einen knappen Vorsprung ins Ziel. Ralf Böhm wurde immerhin Elfter. Ludewig rollte an Position 13 über die Ziellinie.
Für den Blondschopf aus Osnabrück („Ich hatte auf den ersten Runden einen Puls von 190“) war es in erster Linie eine Gaudi. Wettkämpfe bestreitet er heute nur noch zum Spaß oder „wenn das dritte Nutella-Brötchen zum Frühstück aufs Gewissen schlägt.“ Er hat inzwischen das Trainingspensum eines Hobbyradlers. Zweimal die Woche ein paar Stunden, das muss reichen. „Ich bin so was von satt vom Radsport“, gesteht er. Verlernt scheint er nichts zu haben. Das beweist er nicht nur einmal im Jahr bei der Tour-Transalp, wo er an der Seite seines Partners Sebastian Kraft als Team Lightweight an den Start geht, auch am Sonntag konnte man sehen: Da scheint einer noch immer mit dem Rad verwachsen zu sein.bk