Kirchheim. Highlights aus Musicals, Evergreens und Juwelen traditioneller Männerchorliteratur standen beim Konzert der Eintracht Jesingen auf dem Programm. Am Flügel begleitete exzellent Peter Grabinger und der Akkordeonvirtuose Matthias Matzke setzte einen Glanzpunkt mehr zu diesem gelungenen Konzertabend.
Passend zum Ambiente, mit einer wunderschönen „Fair Lady“ als Bühnenbild, eröffneten der Gemischte Chor, der Männerchor und die „Jesingers“ gemeinsam mit „Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht“ den Melodienreigen. Gabriele Grabinger, vielseitig begabte Chorleiterin, führte durchs Programm und verstand es immer wieder, das Publikum mit einzubeziehen.
Das Stück „Es war, als hätt‘ der Himmel die Erde still geküsst“ von Josef von Eichendorff, war eines der gern gehörten Klassiker, das der kleine, aber feine Männerchor vortrug. Mit Liedern von Schenken und Wirten sorgten die Sänger für vergnügliche Stimmung. Dann wurde es lebhaft auf der Bühne. Die Damen vom Gemischten Chor kamen dazu und mischten sich unter die Männer, denen sie den Rat gaben, ihre Sorgen in ein Gläschen Wein zu schütten. Melodien zum Verlieben von Otto Groll sprachen von Lebensfreude und Frühlingsgefühlen.
Es kommt nicht alle Tage vor, dass Peter Grabinger, einer der vielseitigsten Pianisten Deutschlands, in Jesingen in der Gemeindehalle zu Gast ist. Er begleitet normalerweise internationale Solisten – an diesem Abend begleitete er die Eintracht Jesingen. Außerdem verzauberte er mit seinen Soloeinlagen die Gäste. „Somewhere over the Rainbow“ aus dem Film „Der Zauberer von Oz“ war eines der Stücke, die er am Flügel den Zuhörern präsentierte.
Mit demselben Stück – aber nicht auf dem Flügel, sondern auf einem Digital-Akkordeon gespielt in Variationen mit effektvollen Sounds und fantasievoller Virtuosität – spielte sich auch Matthias Matzke in die Herzen der Zuhörer. Der erst 19 Jahre junge Musiker ist ein Virtuose am Akkordeon, hat schon mehrere erste Preise beim Bundeswettbewerb für Akkordeonspieler erhalten und nimmt in diesem Jahr noch an der Weltmeisterschaft der Akkordeonspieler in Shanghai teil. Mit seinen flinken Fingern, seiner zum Ausdruck gebrachten Freude am Spielen, zog er die Zuschauer in seinen Bann.
Nach der Pause nahm die Veranstaltung Fahrt auf. Ein als Flieger der ersten Stunde verkleideter Sänger mit Kappe, Brille und Schal betrat die Bühne und leitete den „Fliegermarsch“, ein. Als die Männer dann auch noch mit „I wenn i Geld gnuag hätt“ überzeugend vortrugen, war ihnen der Applaus sicher.
Das große Finale vereinte alle Chöre und leitete den Höhepunkt des Abends ein. Make of our hands one hand – dieses Stück hatten die Jesingers aus der West Side Story mitgebracht. Ein Solopart, gesungen von Manuela Bofinger-Reschl, bereicherte diesen Vortrag. „Weit, weit weg“, ein Schlager von Hubert von Goisern, setzte die Reihe der Liebeslieder fort.
Während Peter Grabinger ein Zwischenspiel zauberte, holten die Damen ihre Hüte und Boas und boten einen Genuss für Auge und Ohr mit der Ascotte-Gavotte: Sehr rhythmisch, voller Power und hoch motiviert entführte der Chor in die Welt des Pferderennens, in die Welt der Dukes und Earls.
Die Besucher zeigten sich begeistert von dem abwechslungsreichen Konzertabend und stimmten ein in das Abschiedslied „Sag beim Abschied leise Servus“.pm
