DRK-Kreisverband Nürtingen-Kirchheim errichtet in Owen ein Zentrum für Katastrophenschutz
Ein Haus für den Ernstfall

Um den Anforderungen des Katastrophenschutzes weiter gerecht zu werden, wurden gestern die ersten Spatenstiche für ein Katastrophenschutz-Zentrum des DRK-Kreisverbands im Owener Gewerbegebiet Braike gesetzt. Das Grundstück dafür hat das Ehepaar Ernst und Anita Tscheulin gestiftet.

Owen. Bestes Kaiserwetter begleitete den symbolischen Spatenstich in Owen, und die Freude konnte man den Beteiligten an den Gesichtern ablesen. „Dieser Tag ist etwas ganz Besonderes für uns“, sagte der DRK-Kreisverbandsvorsitzende Rolf Sie­bert. „Wir legen hier heute den Grundstein für etwas Gutes“, zeigte sich auch Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger überzeugt. „Der Mensch mag zwar vieles unter Kontrolle haben – aber Katastrophen wird es immer geben“, erinnerte ­Regierungspräsident Johannes Schmalzl die versammelten Mitglieder der verschiedenen DRK-Bereitschaften aus dem Kreisverband. „Umso besser, wenn man Menschen hat, die in Notlagen helfen können.“

Was noch vor etwa einem Jahr wie Zukunftsmusik erschien, kann dank der Unterstützung des Stifterehepaars Ernst und Anita Tscheulin, die ihr Grundstück zur Verfügung stellten, Wirklichkeit werden. Mit dem Bau des neuen Katastrophenschutzzentrums ist die Region im Ernstfall noch besser auf denkbare Katastrophenfälle vorbereitet als zuvor.

„Wir sind sehr dankbar, dass unser Grundstück in Owen dem Wohl der Menschen im Lenninger Tal und der Region zugute kommt“, erklärte Ernst Tscheulin, der gemeinsam mit seiner Frau Anita den Bauplatz für das Vorhaben gestiftet hat. Das Ehepaar Tscheulin freut sich darauf, das Gebäude entstehen und wachsen zu sehen, und hofft aber gleichzeitig, dass es möglichst wenig für den Ernstfall gebraucht wird.

Fünf Einsatzeinheiten für den Katastrophenschutz gibt es im Landkreis Esslingen – eineinhalb davon sind beim Deutschen Roten Kreuz im Altkreis Nürtingen angesiedelt. Katastrophenschutz ist eigentlich eine staatliche Aufgabe, aber es gibt private Organisationen wie das Rote Kreuz, die sich ihrer annehmen: In diesem Fall stellt das Land Baden-Württemberg die Fahrzeuge zur Verfügung, für die Unterbringung ist das DRK zuständig.

Wenn es fertig ist, wird das „Ernst-und-Anita-Tscheulin-Haus“ einerseits Garagen für diese speziellen Einsatzfahrzeuge für den Katastrophenschutz bereitstellen. Andererseits bietet es auch ein Lager für technische Ausrüstung und die verschiedenen Materialien, die im Ernstfall benötigt werden, beispielsweise Zelte und Feldküchen. Ergänzt wird die Ausstattung des Hauses durch „dringend benötigte Schulungsräume“, so Schmalzl. „Uns und den Beteiligten ist es wichtig, dass die Menschen, die das Gebäude mit Leben füllen, gut ausgebildet werden können.“

Im Vordergrund steht dabei die Betreuung und Notfallversorgung von Menschen, die durch Katastrophen wie Hochwasser, Erdbeben, großflächige Stromausfälle oder sogenannte Großschadensereignisse am Flughafen, auf der Autobahn oder im Schienenverkehr in eine hilflose Lage geraten, betonte Schmalzl.

Das Projekt kostet voraussichtlich 1,3 Millionen Euro und wird getragen von der Zukunftsstiftung des DRK sowie durch die Unterstützung der Bevölkerung. Die Einweihung soll im Frühjahr 2016 stattfinden. Was durch die großzügige Zuwendung des Ehepaars Tscheulin ermöglicht wurde, kann durch weitere Spenden unterstützt werden. „Jede kleine oder große Spende hilft dem DRK bei der Verwirklichung des Bauvorhabens“, betonte der DRK-Kreisverbandsvorsitzende Rolf Siebert.

Weitere Informationen gibt es auf www.wir-sind-vorbereitet.de/spenden im Internet.