Heinz Dangel gibt den Vorsitz der Torfmoor-Stiftung ab – Nachfolger ist Heiner Dangel
Ein „Impulsgeber und Mahner“ geht

Stabswechsel an der Vorstandsspitze der Torfmoor-Schopfloch-Stiftung: Am Montagabend ist Heinz Dangel, 89, „Impulsgeber, Gestalter und Mahner“ nach fast 30-jähriger Tätigkeit als Vorsitzender verabschiedet worden. In seine Fußstapfen tritt sein Sohn Heiner Dangel, 56.

Lenningen. Heinz Dangel ist ein schwäbisches Urgestein, dessen Liebe zur Alb und seiner Heimat bereits als Kind geprägt wurde, wie er erzählte. Und für diese Liebe setzte er sich ein als Kommunalpolitiker, Gauobmann des Teck-Neuffen-Gaus und als Vorsitzender der Torfmoor-Schopfloch-Stiftung, deren Gründung er in den 1980er-Jahren anregte.

Getreu seinem Motto „Eigentum ist der beste Naturschutz“ erwarb er für den Albverein Stück für Stück der Flächen um das Torfmoor in oft zähen Verhandlungen. Nicht selten wurde er dafür angefeindet, verstand es aber doch, sich mit den Landwirten zu arrangieren. Die „Pufferzone“ um das Naturschutzgebiet „Schopflocher Torfmoor“, dem „Wunder auf der Schwäbischen Alb“, wie es Albvereinspräsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß nannte, wurden größer und größer – zum Schutze des einmaligen Hochmoors auf der Schopflocher Alb.

Landrat Heinz Eininger würdigte die „herausragende Rolle“ Dangels und freute sich über den guten Übergang an der Vorstandsspitze. „Mit Heinz Dangel verlässt die Stiftung eine Persönlichkeit, die weit darüber hinaus im Kreisgeschehen eine Rolle gespielt hat“, sprach der Landrat den Impulsgeber und Gestalter auf kommunalpolitischem Feld an, der nach seiner 16-jährigen Tätigkeit im Kreistag im Januar 1990 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

Der Blick vom Breitenstein ins Neckartal einerseits und andererseits in die andere Richtung, über Ochsenwang und die sanften Hügel der Schwäbischen Alb, prägten Heinz Dangels politisches Handeln. Mit Weitblick und unermüdlich habe er seine Ziele verfolgt. Sowohl in der Kommunalpolitik als auch im Naturschutz gegen Blechlawinen, Campingplätze und Teststrecken in der „Oase der Ruhe“.

Das Naturschutzgebiet „Schopflocher Torfmoor“ wurde 1942 ausgewiesen. „Es zu schützen, war Ihnen eine Herzensangelegenheit“, wusste Heinz Eininger und erinnerte an die Gründung der Torfmoor-Stiftung 1983. Von seiner „Amtshilfe“ in den neuen Bundesländern brachte Heinz Dangel ein hölzernes Andenken mit: Eisenbahnschwellen, die im Dezember 1977 im Schopflocher Torfmoor zu einem 330 Meter langen Schwellenweg verlegt wurden, um die immer größere Anzahl von Naherholungssuchenden und „Naturfreunden“ zu lenken. „Jedes Jahr sind inzwischen 70 000 Besucher im Torfmoor. Wir haben hier oben einen enormen Druck“, sagte der Landrat und beschrieb in diesem Zusammenhang auch den unbequemen „Mahner“ Heinz Dangel.

Vorstandsmitglied Bürgermeister Michael Schlecht nannte das Wirken Heinz Dangels eine „Erfolgsgeschichte“, die nicht zuletzt seiner Fähigkeit zu verdanken sei, keiner Diskussion mit Landwirten und Jägern aus dem Weg zu gehen. „Er hat immer Rückgrat bewiesen und um Verständnis geworben.“ Dadurch sei die letzte Gebietserweiterung völlig problemlos über die Bühne gegangen.

„Es ist wichtig, dass diese Flächen erworben wurden“, bescheinigte Albvereinspräsident Dr. Rauchfuß dem scheidenden Vorsitzenden, seine Visionen verwirklicht zu haben. „Ihr Name wird auf Dauer mit dem Schopflocher Torfmoor verbunden sein.“

Besteht zurzeit immer noch ein Funkloch, das auf halber Höhe der Ochsenwanger Steige beginnt und auf Höhe des Otto-Hoffmeister-Hauses endet, so gibt es zwischen der Stiftung der Kreissparkasse und der Torfmoor-Stiftung keinerlei Funkstörungen. Das bewies der KSK-Regionalbereichsleiter für Privat- und Individualkunden, Dietmar Ederle, mit einem Scheck über 2 500 Euro für die Torfmoor-Stiftung.

Heinz Dangel freute sich über die lobenden „ehrlichen Worte“ und meinte: „So falsch kann‘s nicht gewesen sein, was ich gemacht hab‘.“ Er sei zufrieden und froh, dass das Kleinod erhalten werden konnte. „Ich hab‘ keine Minute bereut, die ich für die Natur aufgewendet habe.“ Seinem Sohn und Nachfolger Heiner Dangel gab er den Tipp: „Du brauchsch‘s bloß nochmacha, dann klappt‘s.“

Heiner Dangel kommt aus dem Finanzfach und ist, wie er sagte, mit dem Naturschutz groß geworden. „Da stoßen keine fremde Welten aufeinander.“ Außerdem habe er sich mit dem Thema auch als Präsident des Schwäbischen Skiverbandes auseinanderzusetzen. Dangel sieht die Torfmoor-Stiftung gut aufgestellt. „Wir werden weiter Eigentum bilden.“ Darüber hinaus müsse man sich durch den wachsenden Besucherdruck über die Lenkung im Naturschutzgebiet Gedanken machen.