Dettingen. Die Jugendkapelle unter der Leitung von Horst Kiedaisch eröffnete den Abend. Er hatte nach dem Neuanfang vor zwei Jahren bereits wieder ein beeindruckend musikalisches Orchester aufgebaut, aus dem Karl König als Soloposaunist herausragte. Beim „Irish Dancemaster“ klatschte das Publikum begeistert mit, und manchen riss es dabei sogar zum Tanzen hin.
Das Konzert der Stammkapelle stand im Zeichen von unterschiedlichen Solostücken. Zuvor aber hatte Dirigent Slawa Chumachenka die Halle sozusagen musikalisch in völlig neue Welten getaucht: Im Stück „Blue Hole“ konnten die Zuhörer die Luftblasen eines Tauchgangs in die blaue Tiefe förmlich hören.
Manuela Maier an der Klarinette, das Saxofonregister mit Nathalie Kiedaisch, Melanie John, Raphael Lahn und Katharina Maier sowie die beiden Trompeter Marcus Wilk und Alexander Kiedaisch brillierten mit ihrer teilweise atemberaubenden Finger- und Zungenfertigkeit.
Den Höhepunkt bildeten die beiden „Supermänner“ Horst Kiedaisch und Slawa Chumachenka an Tenorhorn und Bariton. Auswendig, freihändig und dazu noch in einem unverschämten Tempo ließen sie ihre Finger über die Tasten fliegen. Das begeisterte Publikum erhob sich bei der Zugabe von den Sitzen und klatschte fröhlich im Takt mit.
Hans Schröder vom Blasmusikverband Esslingen ehrte im Anschluss Moritz Brodbeck für zehn Jahre aktives Musizieren. Peter Lang erhielt für 30 Jahre als Kassier die Ehrenmedaille des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg in Gold mit Diamant. Gustav Wilk wurde für 60 Jahre aktives Musizieren mit der Ehrennadel des Verbandes, ebenfalls in Gold mit Diamant, ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde der älteste aktive Musikant, Erich Bauer, für sein Lebenswerk mit der Erich-Ganzenmüller-Medaille geehrt. Für ihn erklang als Abschiedsgeschenk seiner Musikkameraden die Steeephans-Polka, die Gustav Wilk dirigierte.
Zum Abschluss des Abends gelang der Theatergruppe ein guter Griff bei der Auswahl und Umsetzung des Stücks „Uff dr Sau drvo“. Bernd Mußler als „saumäßiger Jogger“ unterlief beim Durstlöschen ein fataler Fehler: Er erwischte dummerweise das Dopingmittel, das für die Sau Rosa gedacht war. In der Folge verwandelte er sich in einen Gockel, ein Ross, eine Katze und einen Hund. Damit jagte er nicht nur seinem heimlichen Schatz Bruni (Stefanie Dettinger) einen gehörigen Schrecken ein, sondern versetzte auch die Bauersleute Kathi (Vroni Brodbeck) und Sepp (Wolfgang Müller) in helle Aufregung.
Einzig die jederzeit bedächtige Dienstmagd Liesl (hinreißend: Nicole Holder) und der durch nichts aus der Ruhe zu bringende Sohn Kurt (eine fantastische Premiere: Steffen Lang) behalten den Durchblick und den Humor.
Und der kam während der turbulenten Komödie nie zu kurz. Das Publikum sparte nicht mit Lachen und schon gar nicht mit Applaus.
Schon heute freut man sich in Dettingen auf den 14. April. Dann steht das Frühjahrskonzert unter dem Motto „Pop & Rock in Blech & Holz“ – sicherlich wieder ein musikalischer Leckerbissen.sz
