Kirchheim. Jeder Mensch hat Träume. Der Bürgerrechtler Martin Luther King sprach in seiner Rede „I have a dream“ von seiner Vision: einer Welt, in der schwarze und weiße friedlich zusammen leben. Mit einem Videoausschnitt der Rede wurden die rund 200 Besucher
des Projektchor-Konzertes der Evangelisch-Methodistischen Kirche Kirchheim (EMK) mit auf eine Reise in die Welt der Träume genommen. Aufgegriffen wurden Kindheits-, Erwachsenen- und Christusträume.
Der Projektchor veranstaltete unter dem Motto „traumhaft“ zwei Konzertabende in der Evangelischen Peterskirche in Weilheim und der EMK in Kirchheim. Neun Wochen lang trafen sich die rund 60 Sänger und studierten unter der Leitung von Renate Härtner zahlreiche Musikstücke ein. „Wir wollen mit diesem Konzert zum Träumen anregen, und dafür sorgen, dass diese sich vielleicht auch erfüllen“, sagt Renate Härtner in ihrer Begrüßungsrede.
Mit einer Mischung aus Chorkonzert, Solo- und Duettstücken und der Untermalung mit Videofrequenzen wurde der Kirchensaal in Kirchheim in eine Art Traumwelt verwandelt. Der Chor zog die Besucher schon mit dem ersten Lied „Dream a dream“ von Ed Robertson, den ganzen Abend harmonisch begleitet von Pianist Roman Voronenko, in den Bann. Mit Liedern wie zum Beispiel „In my dreams“ von Sally K. Albrecht und Jay Althouse ging der Chor auf die sehnlichsten Wünsche der Menschen ein: den Sehnsüchten nach einer friedlichen Welt, Liebe und Anerkennung. Mit dem Zeichentrickfilm „Was denkst du - über Träume?“ aus der Sendung mit der Maus wurde auch die Aufmerksamkeit der Jüngsten hoch gehalten. In dem Film erzählen Kinder, was sie über Träume wissen und was diese für sie bedeuten. Sie gehen aber auch darauf ein, was es heißt, Albträume zu haben. Einer der Höhepunkte des Abends war sicherlich die Musik-Trilogie mit den Titeln „I dream a world“, „The dream keeper“ und „Dreams“ von Rollo A. Dilworth, einem von Jazz und Blues geprägten Musiker und Professor. In seiner Trilogie macht er aus den Gedichten von Langston Hughes eingängige Musikstücke. Langston Hughes setzte sich gegen Rassismus und für die Religionsfreiheit ein und war einer der bedeutendsten Dichter seiner Zeit. Renate Härtner beschreibt dies als eine gewagte Mischung aus Elementen des Traums und der Hoffnung auf Veränderung. Besonders beeindruckend waren dabei auch die Solo-Einlagen einiger Chormitglieder.
Spätestens bei dem Song „Imagine“ von John Lennon erreichten die dunkel und mit knallbunten Schals bekleideten Sänger alle Besucher. In einer von den Hippies und dem Vietnamkrieg geprägten Zeit kreierte John Lennon eines der wohl am stärksten zum Träumen einladenden Lieder. Zu fantasievollen Gedanken lud auch der vorgetragene Text „Traumwandeln“ von Petra Heilig ein.
In seinem geistlichen Impuls sprach Claus Härtner von den verschieden Traumwelten der Kinder und Erwachsenen. Die Welt der Kinder ist geprägt von Abenteuern, Geschichten von Helden und Prinzessinnen. Aber auch Liebe und Anerkennung spielen eine wichtige Rolle. Dagegen steht in der Welt der Erwachsenen zum Beispiel eine friedliche Welt im Vordergrund.
Der Projektchor schaffte es in seinem Konzert das Thema Träume so aufzugreifen und darzustellen, dass Jung und Alt berührt wurden. Träume hat schließlich jeder. Und Träume zu haben, ist keineswegs falsch, sind sie doch oftmals auch ein Antrieb für die Menschen und das Leben.
