Fünfjähriges Bestehen der Verbundschule Dettingen mit großem Festakt gefeiert
„Einzigartig im Land“

Die Verbundschule Dettingen feierte ihr fünfjähriges Bestehen mit einem großen Festakt. Landrat Heinz Eininger betonte, dass die Bildungsarbeit, die an der Einrichtung im Bereich körper- und sprachbehinderter Kinder geleistet werde, im Land einmalig sei.

Dettingen. Die Verbundschule ist ein Förderort für Kindergartenkinder und Schüler mit einem besonderen Förderbedarf im Alter von vier bis 20 Jahren, wie Monika Brändle in ihrer Rede erklärte. Die Schulleiterin betonte, dass das Ziel der Einrichtung darin bestehe, den Kindern und Jugendlichen einen Lernort und Lebensraum zu geben, der Entwicklung, Lernen und Teilhabe ermögliche. Seit Bestehen der Schule haben Brändle zufolge etwa 100 Schüler die Bildungseinrichtung verlassen. „Wir haben sie in das Berufsleben der Werkstatt weitergegeben, in die Grundschule oder die weiterführende Schule“, so die Rektorin.

Monika Brändle bedankte sich bei Heinz Eininger für die Unterstützung. Sie erklärte, dass der Landrat immer eine klare Position mit Blick auf Schulen für Kinder mit einem besonderen Förderbedarf vertreten hat und deren Notwendigkeit nachhaltig betonte. Die Einrichtung habe in Dettingen einen von Offenheit und Unterstützung geprägten Standort gefunden. Elke Bernhardt verwies auf die Leonardo da Vinci-Brücke, die sich im Garten der Verbundschule befindet. Aus der Sicht der Schulkindergarten-Leiterin symbolisiert sie die Herausforderungen, denen die Einrichtung vor fünf Jahren gegenüberstand: „Zwischen der Schule für Körperbehinderte, der Schule für Sprachbehinderte und dem Schulkindergarten galt es Brücken zu schlagen und ein Netzwerk unter all der Vielfalt von Menschen aufzubauen, die in dieses Haus einzogen.“ Durch die gute Zusammenarbeit von Schülern, Lehrern, Therapeuten, Eltern, Gemeinde, Landratsamt und Schulamt sei dies erfolgreich gelungen.

Landrat Heinz Eininger erklärte, dass er stolz auf die Verbundschule sei und darauf, dass es 2007 gelungen ist, mit der Eröffnung der Dettinger Einrichtung die Sonderschulmöglichkeiten im Kreis Esslingen zu erweitern. Damit seien auch die Möglichkeiten der Beschulung, Betreuung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit einem besonderen Förderbedarf nachhaltig weiterentwickelt worden. „Ich glaube, dass wir auch künftig Schulen brauchen, die das Beste für unsere Kinder ermöglichen“, sagte Eininger.

Wenn nach der Sprachheilschule nach der vierten Klasse drei Viertel der Kinder eine Regelschule besuchen könnten, dann sei das ein riesiger Erfolg. Für derartige Erfolgserlebnisse stehe die Verbundschule, und damit auch der Landkreis, der in hohem Maße die Förderung von Kindern unterstütze und einen Beitrag zur Inklusion leiste. „Ich bin auch deshalb stolz auf diese Schule, weil hier das Thema Sprachheilschule und Sprachheilkindergarten in Zusammenhang mit einer Schule für Körperbehinderte steht“, so Heinz Eininger. „Beides zusammen macht die Verbundschule einzigartig im Land.“ Zwölf Millionen Euro seien 2007 in die Einrichtung investiert worden. Eine finanzielle Anstrengung, die sich gelohnt habe. „Diese Schule hat ihre Berechtigung und sie wird sie auch in Zukunft haben, weil wir hier viele gute Beratungsleistungen anbieten können“, sagte Eininger.

Ebenso beglückwünschte Günter Klein vom Staatlichen Schulamt in Nürtingen die Verbundschule zu ihrem fünfjährigen Bestehen. „Das Thema, besondere Rahmenbedingungen für Kinder mit einem besonderen Bedarf auch in Zukunft zu schaffen“, ist dem Schulamtsdirektor zufolge, „eine wichtige Grundlage für ein ausgeprägtes und differenziertes Sonderschulwesen.“ Bei der Inklusionsdebatte dürfe nicht vergessen werden, dass in Einrichtungen wie der Verbundschule etwas geleistet werde, das unverzichtbar ist. Günter Klein zollte der Leistung und dem Anspruch Respekt, der an der Verbundschule gelebt werde, jedem Kind mit seinem besonderen Bedarf gerecht zu werden. Das sei keine leichte Aufgabe, aber an der Dettinger Schule sei es gelungen, diese erfolgreich zu meistern.

Bürgermeister Rainer Haußmann bedankte sich bei Lehrern, Therapeuten für die geleistete Arbeit und bei den Eltern für die Bereitschaft sich in der Schule einzubringen und damit zum Erfolg der Einrichtung beizutragen. Im Namen der Gemeinde spendete der Dettinger Rathauschef der Verbundschule 500 Euro.