Ohmden/Holzmaden. Mit Verwunderung hat die Gemeinde Ohmden das Vorgehen des Verbands Region Stuttgart aufgenommen. „Wir dachten eigentlich, wir wären in Ohmden wenig betroffen“, sagte Martin Funk im Gemeinderat. Denn noch im Februar hatte der Technische Direktor des Verbandes Region Stuttgart als mögliche Konzentrationsstandorte in der Verwaltungsgemeinschaft die „Wolfsscherre“ auf Gemarkung Weilheim und das „Brucker Hölzle“ auf Ochsenwanger Gemarkung genannt. Überwiegend aus Gründen des Vogelschutzes sollte damals der Standort am „Schafbuckel/Randecker Maar“ außen vor bleiben. Nun scheint der Vogelschutz lediglich noch eine untergeordnete Rolle zu spielen. So zumindest sieht es der Ohmdener Rathauschef bei näherer Betrachtung des neu diskutierten Standorts Bunzenberg. Die Fläche, die überwiegend dem Landkreis Göppingen zugehört, ist ein bis zwei Kilometer von Holzmaden und Ohmden entfernt und liegt in einem Gebiet für Naturschutz und Landschaftspflege sowie im Vogelschutzgebiet. Dort sei unter anderem der Rotmilan zu Hause. „Ich stehe dem Thema Windkraft positiv gegenüber, aufgrund der Rahmenbedingungen ist der Vorschlag aus meiner Sicht aber Makulatur“, sagte Funk. Entsprechend äußere die Verwaltungsgemeinschaft in ihrem Beschlussvorschlag erhebliche Bedenken bezüglich des Standorts.
Einstimmig segnete der Gemeinderat das Papier ab. Falls der Gemeinsame Ausschuss die Ohmdener Haltung zum Standort Bunzenberg nicht teilt, soll die Gemeinde eine eigene Stellungnahme dazu abgeben können. Auch diesen Teilbeschluss fasste das Gremium einmütig.
Am gleichen Abend stellte auch Holzmadens Bürgermeister Jürgen Riehle die Stellungnahme des Verwaltungsraums zur Windenergie in seinem Gemeinderat vor. Was den in Ohmden kritisch beäugten Standort Bunzenberg angeht, plädierte er dafür, dem Vorschlag des Verwaltungsraums zu folgen und „erhebliche Bedenken“ anzumelden. „Für uns in Holzmaden sind die Beeinträchtigungen zwar nicht so groß, aber wir würden uns trotzdem gerne anschließen“, so Riehle. Gemeinderat Gert Hauschild betonte, dass er die Bedenken als Holzmadener Gemeinderat nicht teile. „Zustimmen kann ich kann da nur unter dem Aspekt der Solidargemeinschaft“, betonte er und fügte hinzu: „Ich hoffe, dass andere Mitglieder der Verwaltungsgemeinschaft sich bei anderen Projekten dann genauso so solidarisch uns gegenüber verhalten.“
Mehr Sorge als der potenzielle Standort Bunzenberg bereitete Michael Thiehoff die Aussicht auf ein Windrad auf dem Schafhof. „Da wir sehr oft Westwind haben, könnte der Lärm aus dieser Richtung größere Auswirkungen haben“, sagte Thiehoff.
„Eine gewisse Beeinträchtigung gibt es bei jedem Standort“, versuchte Bürgermeister Jürgen Riehle zu bremsen. In die gleiche Kerbe schlug Gemeinderat Thomas Benz. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass man was hört, aber die Beeinträchtigung ist sicher marginal.“ Selbst ein vorbeifahrendes Auto erzeuge mehr Krach. „Wenn wir alternative Energien wollen, dann müssen wir das eben hinnehmen“, so Benz.
Bei zwei Enthaltungen stimmte der Holzmadener Gemeinderat dem Verwaltungsraum-Vorschlag zu.
