Neidlingen. Der grün-herbstliche Freibereich bedeutet für die Besitzerin nicht nur Arbeit, sondern Erholung, Genuss und vor allem Freude. Neben viel Liebe zur Natur und der Einsicht, dass sich Natur und Unkraut hier auch entfalten dürfen, geben die richtige Auswahl und Kombination von Formen, Farben, Materialien und Pflanzen dem Garten sein ganz persönliches Flair.
Dabei lässt Marianne Gekeler ihrer eigenen Kreation freien Lauf, informiert sich aber auch auf Gartenreisen im In- und Ausland. England war schon des Öfteren ihr Reiseziel. Sie schafft sich ihrer Heimat gemäß stimmige Wohlfühloasen. Da sind speziell Pflanzen für den Herbstgarten wie Herbstanemonen, noch immer üppig blühende Hortensien und Fetthennen zu bestaunen. An der Pflanzenauswahl erkennt man rasch die Staudenliebhaberin, auch für solche, die der rauen Albluft trotzen.
Zu einer gelungenen Gartenbesichtigung gehört eine begeisterte Gartenbesitzerin, und gerne gab sie Informationen. Das Frage- und Antwortspiel über das Fach Gartenbau fand großen Anklag und zog die Frauen in seinen Bann mit dem Fazit: Beim Gärtnern lernt man nie aus. Da gab es Blicke in den Nutzgarten mit gesund strotzendem Gemüse, Beerensträuchern und prall-roten Himbeeren.
Als Begegnungsstätte sieht die Älblerin ihren Garten: für Liebhaber von Gärten, von schönen Dingen, von ausgefallenen Blumen, Pflanzen und Stauden. Liebevoll herbstlich dekorierte Inseln muten geheimnisvoll an: Da stehen prall mit Äpfeln gefüllte, auch bepflanzte Blechschüsseln und Küchenutensilien, deren Gebrauchsspuren anrühren, da lehnen Leitern an den Bäumen und Figuren sorgen für „Mariannes speziell-älblerische Gartenkultur“.
Wann ist ein Garten schön oder üppig? „Kitschig und überladen soll und darf er keinesfalls wirken“, so das Resümee der Besitzerin. Die Landfrauen-Meinung: Im Herbst wirkt ein Garten geheimnisvoll und doch heiter. Die gedämpften Farben, die oftmals filigranen Formen einzelner Stauden und blühende Rosen sowie Dahlien, die ihren Reiz auch im Abblühen nicht verlieren, das alles wirkt heiter und doch geheimnisvoll.
Nicht alle Stauden schneidet die Gärtnerin im Herbst nieder, denn Oktober- und Novembernebel verleihen zauberhafte Bilder, und bizarre Formen geben bei Raureif und erstem Schneefall dem Garten in der kalten Jahreszeit eine mystische Struktur.
Am herbstlich dekorierten Gartentisch in gemütlicher Runde vertiefte sich Gesehenes und Gehörtes, verführte ein Blumenquiz zum Nachdenken und Schmunzeln. Ulrike Braun bedankte sich für die genossene Gartenfreundschaft mit einem „Neidlinger Gartenstab“, der sofort in einer Rabatte einen trefflichen Platz fand. Voller Anregungen fuhren die Landfrauen wieder talwärts.rr
