Weilheim. Drei Tage lang ließ es die Weilheimer Feuerwehr so richtig krachen. Von Freitag an ging es im Festzelt beim Lindachstadion musikalisch rund. So sorgten zum Auftakt am Freitagabend die Partyband „Tuxedo“ und die Jungs von „United Four“ für beste Laune bei den Festgästen. „Die jungen Zillertaler“ begeisterten am Samstag mit ihrer Musik und ihrer Show die Besucher im voll besetzten Zelt.
Aber nicht nur die Feuerwehr machte den Weilheimern mit dem gelungenen Festprogramm ein tolles Geschenk: Die örtlichen Vereine, Schulen und Kindergärten gratulierten gestern zusammen mit den Kameraden von allen Feuerwehren des Landkreises bei einem eindrucksvollen Festzug zum 150-jährigen Jubiläum. 78 Gruppen und insgesamt fast 3 800 Teilnehmer feierten beim Zug durch die Weilheimer Innenstadt ein fröhliches Fest.
Da fuhr so manches Stück Feuerwehrgeschichte durch die Zähringerstadt. Zahlreiche Gäste wurden Zeugen des Spektakels. Mit dabei waren auch Landrat Heinz Eininger, Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle, Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich und Weilheims Feuerwehrkommandant Norbert Wahl, die den Umzug von der Ehrentribüne am Rathaus aus beobachteten.
Die Wehren präsentierten aus ihrem Fundus alte Uniformen und glänzende Helme. Einige hatten zur Feier des Tages zudem ihre alten Schätze aus der Garage geholt: Zu bestaunen waren historische Einsatzwagen wie zum Beispiel das grüne Schmuckstück der Werksfeuerwehr der Firma „Otto & Söhne“ und die Magirus Patentleiter der Frickenhäuser Wehr. In Acht nehmen mussten sich die Zuschauer am Wegesrand vor den vielen alten Spritzen, die durch die Stadt gezogen wurden. Ungeachtet des regnerischen Wetters ließen es sich die Mannschaften nämlich nicht nehmen, das Publikum mit ihren Spritzen ein wenig aufs Korn zu nehmen.
Das Thema Feuer hatten die Weilheimer Kindergärten aufgegriffen: Als kleine Flammen mit lodernden Feuerkronen waren sie buchstäblich Feuer und Flamme für ihre Wehr. Damit ließen sie bei den Zuschauern, die Wind und Wetter trotzend am Straßenrand standen, schnell den Funken überspringen. Der freie Kindergarten Weilheim hatte sogar eine ganze Armada Drachen dabei, die aber kein Feuer spuckten, sondern lauthals in Tröten pusteten. Drachen, Ritter, Edelfräulein und Bauernvolk brachten auch die Jungen und Mädchen der Schule auf die Straße.
Festlich geschmückt kam der Wagen der Obst- und Gartenbauer daher, die den durstigen Festzuggästen frisch gepressten Apfelsaft reichten. Die Männer und Frauen vom Verein der Weinbergbesitzer trugen – wie einst Kaleb und Josua – die Trauben aus den Weilheimer Wengerten durch die Straßen.
Für die passende Musik zum munteren Marsch durch die Straßen sorgten etliche Musikvereine aus der Umgebung, allen voran die Stadtkapelle Weilheim. Die zahlreichen Spielmannszüge der Wehren ließen mit ihren fröhlichen Pfeifen- und Flötenklängen die grauen Regenwolken vergessen, die schwer über der Zähringerstadt hingen.
Diese hatten gestern Morgen den Organisatoren der Mammutveranstaltung noch tiefe Sorgenfalten auf die Stirn getrieben: „Land unter“ hieß es nach den heftigen Regenfällen auf einem Stoppelfeld, das eigentlich als großer Parkplatz für die vielen Gäste gedacht gewesen war, die sowohl zum Festzug als auch zum elften Kreisfeuerwehrtag gekommen waren. „Wir haben zum Glück passenden Ersatz gefunden“, erzählt Helmut Burkhardt, Schriftführer der Weilheimer Feuerwehr, erleichtert.
So stand einem gemütlichen Abschluss des dreitägigen Festes gestern Nachmittag mit den Spielmannszügen und den „Grafenberger Spaten“ nichts mehr im Wege.
