Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim – Hagel sorgte vergangenes Jahr für Anstieg der Einsätze
Feuerwache als größte Baustelle

Im vergangenen Jahr wurde die Freiwillige Feuerwehr Kirchheim zu 514 Einsätzen gerufen. Das sind 85 Prozent mehr als noch 2012. Bei der Jahreshauptversammlung am Freitag wurde auch auf den hohen Sanierungsbedarf in der Feuerwache hingewiesen.

Kirchheim. „2008 habe ich im Bedarfsplan darauf hingewiesen, dass der Steigerturm schnellstmöglich saniert werden muss, da sonst die Kosten der Sanierung steigen“, sagte Roland Schultheiß und kritisierte: „Bis zum heutigen Tag hat sich nichts getan.“ Eine Kostenschätzung liege und bewege sich im sechsstelligen Bereich. Die größte Baustelle wird dem Stadtbrandmeister zufolge in den nächsten drei Jahren die Feuerwache sein. Neben dem Flachdach, den durchgerosteten Hallentoren, der Abwasser- und Frischwasserleitungen muss laut Schultheiß auch in die Duschentrennung nach Geschlechtern, in die Heizung und Lüftung sowie die Wärmeisolierung der Wohnungen investiert werden.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker betonte, dass die Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes bereits in Auftrag gegeben worden sei. Erste Begehungen unter Einbindung der Feuerwehrführung hätten bereits stattgefunden. „Ziel ist es, dass das Ergebnis des Konzepts im ersten Halbjahr 2014 vorliegt, um die erforderlichen Mittel dann in den Haushalt für 2015 einzustellen“, so Matt-Heidecker. „Die Sanierung des Schlauch- beziehungsweise Steigerturms erfolgt in diesem Jahr.“ Die Vorstellung und Freigabe der Ausschreibung sei in der kommenden April-Sitzung eingeplant. Außerdem seien in den Haushalt 40 000 Euro eingestellt worden, um die Feuerwehrgerätehäuser in Jesingen und Lindorf mit einer Abgassauganlage auszurüsten.

Das Jahr 2013 war geprägt von zwei Unwetterereignissen, die sich deutlich in der Statistik niederschlugen, wie Roland Schultheiß berichtete. Der Stadtbrandmeister betonte, dass die Freiwillige Feuerwehr Kirchheim noch nie so oft ausrücken musste wie im vergangenen Jahr. Allein durch das Hagelereignis am 28. Juli 2013 ergaben sich etwa 250 Einsatzstellen, die von den Floriansjüngern in zwei Tagen abgearbeitet wurden. „Damit erklärt sich auch die Zahl von 514 Gesamteinsätzen. 2012 waren es 275“, so Schultheiß. Die Zahl der Feueralarme belief sich 2013 auf 147 Einsätze und die Zahl der technischen Hilfeleistungen auf 367 Einsätze. Dazu gehörte auch die Bereitschaft bei der Entschärfung einer 120 Kilogramm schweren Fliegerbombe durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst.

Angelika Matt-Heidecker lobte angesichts dieser Statistik die hohe Leistungsbereitschaft der Kameraden, die im zurückliegenden Jahr insgesamt 10 357 Einsatzstunden bewältigten. Das Verwaltungsoberhaupt betonte, dass die Kirchheimer Wehr einen hervorragenden Ausbildungsstand aufweise. Sie betonte, dass die Kräfte einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit in der Stadt leisteten.

2013 wurden insgesamt 83 Floriansjünger auf Standortebene aus- und weitergebildet. Im Oktober stand den Einsatzkräften der mobile Brandübungscontainer der EnBW elf Tage lang in Kirchheim zur Verfügung. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum circa 290 Feuerwehrleute aus dem Landkreis weitergebildet. „Um körperlich fit zu bleiben, werden ebenfalls in allen Abteilungen verschiedene Fitness-Programme angeboten“, sagte Roland Schultheiß.

Darüber hinaus seien die Kameraden stets bemüht, jungen Menschen den Feuerwehrdienst näher zu bringen. Die 19 Veranstaltungen zur Branderziehung, mit denen im vergangenen Jahr 405 Kinder erreicht wurden, bilden dem Stadtbrandmeister zufolge einen wichtigen Baustein in der Nachwuchsarbeit. In diesem Kontext sind auch die Bemühungen zu sehen, Menschen mit Migrationshintergrund für die Feuerwehr zu begeistern. Im November hätten daher 30 Schüler der Tamilischen Schule die Feuerwache besucht. „Zwei haben einen Antrag auf Aufnahme gestellt und ein weiterer ist bereits Mitglied“, erzählte Schultheiß. „Unser Ziel ist es, alle interessierten Bürger für den Dienst am Nächsten zu gewinnen. Hier spielt weder die Herkunft noch die Hautfarbe eine Rolle.“

Derzeit zählt die Jugendfeuerwehr 104 Mitglieder. „Das entspricht einem Anteil von 40 Prozent der Einsatzabteilung“, so der Stadtbrandmeister. „Damit sind wir in punkto Nachwuchs hervorragend aufgestellt.“ 2013 sei einen Zuwachs von 17 Mitgliedern zu verzeichnen gewesen. Mit 481 Gesamtmitgliedern ist die Freiwillige Feuerwehr Kirchheim die größte und mit 268 Kameraden in der Einsatzabteilung die zweitgrößte Wehr im Landkreis. 2014 steht für die Feuerwehr Kirchheim noch die Beschaffung eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs HLF 20/16 an. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich laut Angelika Matt-Heidecker auf 450 000 Euro. Der Zuwendungsbescheid stehe noch aus und sei frühestens im Juli zu erwarten. Auch ein Löschfahrzeug im Wert von 435 000 Euro müsse noch beschafft werden, dafür erhalte die Stadt vom Kreis einen Zuschuss von 91 000 Euro.

Nach dem Bericht zum Spielmannszug von Stefanie Psader, die 2013 mit ihren 20 Jahren zur jüngsten Stabführerin im Landkreis ernannt wurde, folgten die Ehrungen. Für 40 Jahre aktive Dienstzeit wurden Roland Schultheiß, Dieter Stark, Albrecht Fischer, Dieter Götz, Horst Hahn, Alfred und Kurt Hummel, Gerd Rietheimer, Gunter und Reinhold Ambacher, Hans-Dieter Breuninger, Peter Fahrion, Dieter Ilg, Karl-Heinz Keppeler, Jürgen Klein, Herbert Land, Martin Oßwald, Rudi Osswald und Siegfried Traxler geehrt. Roland Schultheiß erhielt überdies das Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrverbandes. Christian Frasch, stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Esslingen-Nürtingen heftete ihm die Auszeichnung ans Revers. Roland Geißler und Ernst Schietinger, die beide nicht mehr zu aktiven Wehr gehören, wurden für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Thomas Daginnus und Walter Bösamlen wurde von Angelika Matt-Heidecker die Ehrenmitgliedschaft verliehen, von Christian Frasch erhielten sie die silberne Ehrenspange des Kreisfeuerwehrverbandes Esslingen-Nürtingen. Ehrungen gab es auch beim Spielmannszug. Für 20 Jahre Mitgliedschaft wurden hier Anja Dietl und Melanie Bäuchle und für 30 Jahre Mitgliedschaft Brigitte Heyde von Steffen Kaiser, Stabführer beim Kreisfeuerwehrverband, geehrt. Louisa Schmid, Stefanie und Marina Psader erhielten für den Besuch von Lehrgängen die Ehrennadel in Silber.