Kirchheim. Seit fünf Jahren gibt es nun schon das Happy Voices Ensemble des Gesangvereins Eintracht 1868 Kirchheim – das muss natürlich gefeiert werden. Am Samstag nahmen die zehn Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Robert Kast
Elisabeth Kanski
ihr Publikum zu einem vergnüglichen „Kinoabend“ im Saal der Walddorfschule Ötlingen mit.
Filmplakate und Popcorn stimmten schon im Vorfeld auf das Thema „Director’s Cut – musikalische Geschichten aus dem Kino“ ein. Sechzehn Lieder und Songs aus verschiedenen Genres wie Klassik, Rock, Pop und Gospel wurden bunt zusammengemixt, frei nach dem Motto „Wir machen keine Filmmusik, sondern Musik zu Filmen!“
Da prallte auch mal ein Klassiker wie Bachs „Air“ direkt auf „Engel“ von Rammstein. Witzige, vom Ensemble gemeinsam geschriebene Schauspieleinlagen betteten die Musik in einen Streifzug durch verschiedene Filmgenres ein. Wie im echten Leben auch kam da schon mal ein Kinobesucher zu spät zum Film oder schwärmte von Lieblingsschauspielern.
Mit viel Humor und unterschiedlichen Requisiten brachte das Ensemble eine abwechslungsreiche Show auf die Bühne – pardon, natürlich in den „Kinosaal“. Dabei machte sich die monatelange Probenarbeit in dem warmen, wunderschön verschmolzenen Zusammenklang bezahlt. Harmonisch sicher und feinfühlig wurden die fünfstimmigen, größtenteils a-capella gesungenen Songs zu besonderen Erlebnissen. Einige Highlights wie das mitreißende Lied vom „Parkplatzregen“, der schwungvolle Song „I‘ve Got The Music in Me“ oder die gefühlvolle Rockballade „Fields of Gold“ begeisterten sichtlich das Publikum.
Einer dieser Höhepunkte war auch das „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Obwohl dieser Song so oft gesungen wird, dass man damit eigent-lich kaum mehr überrascht werden kann, überzeugte die originelle, ausdrucksstarke und musikalische Interpretation des Ensembles. Die ganze Gruppe sowie die großartigen Sän-
ger der solistischen Partien (Christa Rüb und Jan Hammermann) zeigten hier, dass sie die zarten Töne genauso beherrschen wie klangvolle Power.
Viele Lacher erntete wiederum der herrlich komisch-ironische Song „Gummibaum“ über den Sinn und Unsinn von Weihnachtsstress aus der Perspektive muslimischer Deutsch-türken. Auch das schnelle, groovige Popmedley, das wie viele weitere Stücke von Chorleiter Robert Kast selbst arrangiert wurde, kam sehr gut an.
Für den härteren Rhythmus sorgte hier zum Teil ein Beatboxer, der auch zu so manch anderem schnellen Song gut gepasst hätte. In allen Stilrichtungen bewies das Happy Voices Ensemble, dass sie mindestens genauso viel „Musik im Blut“ haben wie Musikfilmstars á la John Travolta. Mit ihrem sichtbaren Spaß am Singen und auch Schauspielern steckten die Musiker ihr Publikum an. Doch nicht nur für die Unterhaltung, sondern auch für das leibliche Wohl der Zuhörer wurde mit einem vielfältigen Buffet und Sektausschank in der Pause gesorgt.
Am Ende des Abends führte der lange „Abspann“ vor Augen, wie viel Arbeit hinter dem Gelingen eines solchen Konzertes steht. Die Mühe hat sich gelohnt: Noch immer mit der stimmungsvollen Zugabe „Lullaby“ im Ohr ging das Publikum beschwingt und gut gelaunt nach Hause.