Die Rope-Skipping-Gruppe des TV Bissingen hat eine eigene Showgruppe
Flotte Sprünge zu schnellen Beats

Bissingen. Die elf Mädchen der Rope-Skipping-Gruppe des TV Bissingen im Alter von 15 bis 20 Jahren versammeln sich in einem Halbkreis vor dem Ghettobluster in der klei-


nen Sporthalle. Eine richtige Trainerin haben sie zwar nicht, erzählen sie. Doch das sei auch gar nicht nötig, da jede ihre eigenen Gedanken und Ideen mit einbringe, neue Sprünge vorschlage oder der Freundin beim Ausprobieren dieser Sprünge helfe. Außerdem sei es schön, wenn alle auf dem gleichen Stand seien und durch das gegenseitige Verbessern niemand das Gefühl haben müsse, schlechter zu sein als die anderen. Und trotzdem nehmen ein, zwei Mädchen die organisatorischen Dinge in die Hand. Deshalb sind auch sie es, die nun zwei neu getippte, druckfrische Papierbögen in die Runde werfen, damit jede noch mal einen Blick auf den neuesten Entwurf des aktuellen Auftritts werfen kann. Denn wenn oft Dinge geändert werden müssen, weil man einen besseren Sprung einbaut oder eine Person wegen Krankheit ausfällt, dann sieht der so schön aufgeschriebene Auftritt optisch schnell unübersichtlich aus. Den Überblick verloren hätten sie allerdings noch nie, so eine der älteren.

Nach kurzem lautem Überlegen wird beschlossen, dass das heutige aufwärmende Krafttraining entfallen soll und sich jede aufwärmt, indem sie ihren Teil des bevorstehenden Auftritts für sich übt. Die Mädels finden, dass der heute wichtiger sei, denn es klappt noch nicht alles so, wie es soll. Nach ein paar Minuten werden alle Seile an der hinteren Wand der Halle bereitgelegt, alle stellen sich für die erste Kür auf und diejenige, die aufgrund einer leichten Verletzung dieses Mal nicht mitmachen kann, drückt auf die Play-Taste des Ghettoblusters. Als „Madcon“ beginnen, ihren Hit „Glow“ zu singen, setzen die Mädels mit einer kurzen Tanzeinlage ganz ohne Seil ein. Nur um kurz darauf für acht Minuten im Rhythmus der Musik zu springen. Und zwar synchron als Gruppe, zu zweit mit zwei Seilen oder mit zwei Schwingern, die zwei lange Seile schwingen und aufpassen müssen, dass die Springerin während ihres Handstands im Seil nicht hängen bleibt. Am Ende mag es für einen Außenstehenden vielleicht nach einem super Auftritt aussehen, doch die Mädels der Rope-Skipping-Gruppe sind Perfektionistinnen und wollen, dass alles sitzt. Muss es auch, wenn man gut sein und weiterempfohlen werden will, meinen sie. Deshalb würden die Auftritte auch mehrmals wechseln, jedes Mal zu neuer Musik und in einem anderen Outfit.

Denn man kann die Gruppe auch buchen und so seine Veranstaltung „aufpeppen“. Erst seit Kurzem haben die Mädels eine eigene Facebook-Seite, E-Mail-Adresse und Visitenkarte. Bisher hatten sie zwar auch einige nennenswerte Auftritte, wie bei der Jahresfeier des TV Bissingen, der Eröffnung der neuen Messe Stuttgart oder dem Presseball vor vier Jahren, doch die Auftritte machen schließlich am meisten Spaß, und gerade im Sommer haben sie nicht sehr viele Anfragen. Mit der nun vermehrten Werbung hoffen sie, dass sich das bald ändert.

Nach der eineinhalbstündigen Trainingsstunde wird noch einmal abgeklärt, ob jede ein passendes Outfit für den kommenden Auftritt hat. Dann werden zusammen die Seile aufgeräumt, und es wird abgeklärt, ob das Training auch in den Ferien stattfinden soll. Da niemand etwas einzuwenden hat, ist es beschlossene Sache, und so werden sie sich in einer Woche wiedersehen – zur Generalprobe vor dem Auftritt.