Fahrplanwechsel bescherte Schlossgymnasiasten aus Ohmden lange Wartezeit
Früherer Bus nach Schulschluss

Seit auch in Kirchheim die S-Bahn den Takt für die Busse vorgibt, haben die Schüler mitunter das Nachsehen. Betroffen waren in den vergangenen Wochen Schlossgymnasiasten aus Ohmden. Ab Montag fährt nun nach der sechsten Stunde am Stadion ein Bus, der die Pennäler nach einer erträglichen Wartezeit nach Hause bringt.

Ohmden. „Die Kinder haben um 12.40 Uhr Schule aus und der Bus fährt erst um 13.30 Uhr“, ärgerte sich Stefan Ansorge, Gemeinderat in Ohmden und Vater eines Kindes, das das Kirchheimer Schlossgymnasium besucht. Um der langen Wartezeit zu entgehen, würden die Kinder seit der Fahrplanumstellung Mitte Dezember einen Bus Richtung Weilheim nehmen, in Holzmaden aussteigen und den restlichen Weg nach Ohmden laufen. Das könne aber auf Dauer keine Lösung sein. Hilfesuchend wandte sich Ansorge in der Ratssitzung vor Weihnachten deshalb an Bürgermeister Martin Funk, der zusagte, sich des Problems anzunehmen.

„Die Busse wurden auf die S-Bahn abgestimmt. Die kommt aber erst um 13.08 in Kirchheim an“, erklärte Nahverkehrsexperte Hartmut Jaißle gegenüber dem Teckboten. Deshalb starte der Bus am Bahnhof um 13.16 Uhr. „Ohmden ist halt auch klein“, gab er zu bedenken. „Das Schlossgymnasium ist leider immer erst das letzte in der Kette.“ Die Verschiebung der Busabfahrtszeit lasse sich mit einer veränderten Route in Kirchheim erklären. „Früher hat der Bus noch die Saarstraße bedient. Weil er aber zwei Jahre lang immer leer dorthin gefahren sei, habe das Unternehmen beschlossen, diese Haltestelle nicht mehr anzusteuern. „Jetzt fährt der Bus in einer Schleife durch Kirchheim, was ja eigentlich begrüßenswert ist“, so Jaißle.

So argumentiert auch Eberhard Dannenmann, Geschäftsführer der Firma Omnibus Verkehr Kirchheim (OVK), die in diesem Bereich mit der Firma Fischer aus Weilheim kooperiert. Hinzukomme: „Jede Schule hat andere Zeiten.“ Während das Schlossgymnasium nach der sechsten Stunde um 12.40 Uhr relativ früh Schulschluss habe, seien die Unterrichtszeiten an der Teck-Realschule zum Schuljahr 2011/12 geändert worden, sodass die Schüler meist um 13.15 Uhr aus hätten. „Für sie passt der Bus ideal“, so Dannenmann. Was ihm sauer aufstößt, ist die fehlende Abstimmung der Schulen unterei­nander und die mangelnde Kommunikation mit ihm beziehungsweise seinem Unternehmen. Auch wünschte er sich, dass sich die Eltern bei ihm meldeten, wenn es Probleme mit dem Fahrplan gebe.

Abhilfe schaffen möchte Dannenmann nun mit einem Bus, der ab Montag, 16. Januar, werktags jeweils um 13.02 Uhr am Stadion in Richtung Ohmden startet. Er könne auch Schüler aus Ohmden einsammeln, die die Grund- und Werkrealschule in Jesingen besuchten. „Nach Ostern wollen wir überprüfen, ob wir den Bus weiterlaufen lassen“, sagte Dannenmann. Von März bis November würden Schüler aus Ohmden meist in die Schule radeln. Wegen drei oder vier Kindern sei ein Bus jedoch nicht rentabel. Aus diesem Grund sei es auch nicht möglich, für einzelne Schüler, deren Unterricht erst um 17.40 Uhr ende, einen passgenauen Bus einzurichten.