Kirchheim. Dass Weihnachten vor der Tür steht, war am Morgen des 24. Dezembers in Kirchheim kaum zu spüren: Die Sonne schien, und das Thermometer kletterte bis auf 15 Grad. Dementsprechend zeigten sich auch die Gäste des „Heiligen Morgens“ in der brechend vollen Kirchheimer Innenstadt in Frühlingslaune. Statt des obligatorischen Glühweins griffen viele Feierwillige lieber zu kühlen Getränken. Manche ergatterten einen Sitzplatz an der Sonne und genossen die wärmenden Strahlen. Der Großteil jedoch stürzte sich ins Gedränge rund um Bären, Wachthaus, Heidi‘s oder Wunderbar, um Freunde, alte Bekannte und Heimkehrer zu treffen. Während die Feier in Kirchheim ruhig und friedlich blieb, kam es in Esslingen beim traditionellen „Heiligen Vormittag“ am Hafenmarkt zu einer Schlägerei. Verantwortlich waren laut Polizei fünf Verdächtige im Alter zwischen 20 und 31 Jahren. Sie konnten bei einem Fluchtversuch festgenommen werden.
Auch am Nachmittag des 24. Dezembers zog es viele Menschen noch an die frische Luft, bevor sie Krippenspiel und Gottesdienst besuchten und sich zur Bescherung in die Häuser zurückzogen.
Von Winter war an den beiden Feiertagen dann ebenfalls keine Spur – allerdings wurde es deutlich unfreundlicher. Bei Regen und Kälte zog es nur noch wenige nach draußen. Selbst auf der Alb war es eher schmuddelig als winterlich – ein Zustand, der laut dem Deutschen Wetterdienst in Stuttgart noch eine Weile anhalten könnte. „Es kommen immer wieder milde Strömungen aus dem südwestlichen Europa zu uns“, sagt Marco Puckert vom Deutschen Wetterdienst. Das sei auch der Grund dafür, warum der Schnee bisher ausgeblieben ist. Ein warmer Wind aus Südwest hat ihm zufolge auch für den milden Heiligabend gesorgt. „In Notzingen haben wir am 24. Dezember Temperaturen von 14,9 Grad gemessen“, so Puckert. Andernorts, etwa in Emmendingen und Baden-Baden, waren es sogar bis zu 17,5 Grad. Schlecht getroffen hatten es der Großraum Stuttgart und die Albregion an den beiden Feiertagen. Für Schnee und Winterfreuden war es zu warm, allenfalls in den höheren Lagen fiel Schneeregen.
Ski- und Rodelfans müssen sich auch weiterhin gedulden. „Schnee ist nicht in Sicht“, sagt Marco Puckert. Dafür winkt zum Wochenende eine neue Regenfront. Seriöse Aussagen über den Beginn des Winters kann Puckert nicht machen. „Aber vielleicht wird es im Januar etwas.“
Weitere Fotos vom „Heiligen Morgen“ in Kirchheim gibt es auf der Homepage www.teckbote.de unter „Bilder“.