Lokales
„Frauen spielen attraktiven Fußball“

Sind die Fußballfans aus der Region rund um die Teck schon im WM-Fieber? Der Teckbote hat sich in der Kirchheimer Fußgängerzone umgehört.

Kirchheim. „Ich bin zwar noch nicht so richtig im WM-Fieber, aber ich werde zusammen mit Freunden zu einem Spiel der deutschen Fußballerinnen nach Sinsheim fahren“, erzählt Friedemann Serr aus Kirchheim. Der 49-Jährige findet Frauenfußball „vom Spielerischen her attraktiver“ als Männerfußball. „Bei den Männern stört mich das Aggressive. Frauen spielen filigraner.“ Friedemann Serr kann es deshalb nicht nachvollziehen, dass der Frauenfußball von manchen belächelt wird. „Technisch gesehen sind die Frauen mindestens genauso gut.“

Eingestehen muss sich das auch Adelbert Hipp aus Bissingen: „Ich muss mich aber erst noch daran gewöhnen, dass Frauen Fußball spielen und dass ihre Erfolgsquote im Vergleich zu den Männern besser ist“, sagt er schmunzelnd. Der 68-Jährige wird die Spiele der deutschen Elf verfolgen und wünscht dem Team, dass es im eigenen Land den Titel holt. Darauf hofft auch seine Frau Mechthild Hipp: (63): „Ich finde es toll, dass die Frauen so eine gute Mannschaft haben. Sie spielen fair und haben ein anderes Teamverständnis als die Männer.“

Auch Georgios Zigkiriadis wird sich die Spiele der deutschen Elf anschauen. „Ich freue mich darauf. Aber es ist trotzdem anders als bei einer WM der Männer. Hier guckt man zusammen mit Kumpels in der Kneipe.“ Dass keine großen Public-Viewing-Veranstaltungen in der Teckstadt geplant sind, bedauert der 46-jährige Kirchheimer. „Im Alltag befassen sich leider nur wenige mit Frauenfußball. Die breite Masse akzeptiert ihn noch immer nicht.“

Das hat auch Max Kutzner (15) beobachtet: „Es ist schade, dass Frauenfußball nicht so angesehen ist. Dabei ist es doch gut, dass auch Frauen Fußball spielen.“ Der Ötlinger glaubt, dass es das Team um Kapitänin Birgit Prinz „mindes­tens ins Halbfinale“ schafft.

„Um die WM der Männer wurde viel mehr Trubel gemacht. Diese Stimmung hat mich damals gepackt. Aber jetzt bei den Frauen ist fast gar nichts los“, überlegt Angela Herrmann aus Bissingen. Bei der 38-Jährigen will deshalb keine WM-Vorfreude aufkommen. Allerdings liegt das vermutlich auch daran, dass sich ihre Begeisterung für Frauenfußball in Grenzen hält. „Die Sportart passt eher zu Männern, weil es rabiat zugeht.“

Auch Silke Hasenfuß (33) aus Schlierbach hat wenig mit Frauenfußball am Hut. „Die Leistung der Mannschaft ist toll. Aber Frauenfußball steht einfach noch zu wenig in der Öffentlichkeit.“