Kirchheim. Am Sonntag startet in Deutschland die FIFA-WM. Dieses Mal kämpfen die Frauen um den Titel. Bis zum Finale am Sonntag, 17. Juli, werden 32 Partien in neun Stadien ausgetragen. Doch lässt sich der Erfolg der WM 2006 wiederholen? Finden Veranstaltungen des Frauenfußballs ähnlichen Anklang?
Obwohl den deutschen Frauen bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften zwei Mal gelang, was die deutschen Männer zuletzt im Jahr 1990 erreichten – die Siegestrophäe in Händen zu halten – rechnen viele Gaststätten-Inhaber mit wenig Interesse an der Frauenfußball-WM. Aus diesem Grund sind die Gaststätten zurückhaltend mit Aktionen. Übertragungen auf Großbildleinwände sind Mangelware.
In der Teckstadt bleibt die Frauenfußball-WM aber nicht ganz unbeachtet. Ein großes Public Viewing wie bei der Weltmeisterschaft 2006 ist zwar nicht geplant, aber in einigen Lokalen werden die Spiele der deutschen Elf immerhin ausgestrahlt.
So zeigt zum Beispiel der „Bären“ die Partien des deutschen Teams auf mehreren Flat-Screens. Daumen drücken heißt es in Lokal und Biergarten aber auch für Mannschaften wie Äquatorial-Guinea und Kanada.
Ähnlich handhabt es der „Wilde Mann“: Hier werden die Spiele der deutschen Elf live auf Leinwänden und Bildschirmen in der Bar übertragen. Die Nachfrage der Gäste beeinflusst die Ausstrahlung der anderen Partien. Da das Restaurant am frühen Abend öffnet, gibt es aber erst ab den Abendspielen etwas zu feiern.
Gelingt es den deutschen Spielerinnen, ihr Können unter Beweis zu stellen, kann sich das Blatt in der Teckstadt aber noch wenden. Denn mit dem Erfolg, so vermuten einige Gastronomen, steigt auch die Begeisterung. „Ab dem Halbfinale werden wir die Spiele vielleicht zeigen. Vorher wird das Interesse nicht da sein“, vermutet Daniel Rau, Inhaber des Wachthauses. Der Bastion, die über viele Jahre hinweg Public Viewing angeboten hat, ist heuer allerdings der technische Aufwand zu groß. „Ich gehe davon aus, dass die Deutschen Weltmeister werden“, sagt Andreas Kenner. „Aber in den vergangenen Jahren kamen immer weniger Fans zu uns in die Bastion.“
Auch im Mehrgenerationenhaus Linde glaubt man an den Erfolg der deutschen Frauen. Deshalb wird dort zur Weltmeisterschaft eine „Frauen-WM-Kneipe“ eingerichtet. Die Linde zeigt „alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft und alle anderen interessanten Begegnungen live“.
Ähnliches lässt sich vom Café-Restaurant Panorama vernehmen. Ganz nach dem Motto „Bei uns können Männer auch Frauenfußball schauen“ werden dort alle Spiele der WM übertragen. Bei gutem Wetter steht der Biergarten für Jubelrufe bereit.
Zwar sehen viele Veranstalter und Gaststätten-Inhaber die Frauenfußball-WM nicht als Ereignis von öffentlichem Interesse an, „aber bei großem Erfolg der Deutschen könnte sich das ändern“, sagt Marcus Deger, Leiter des Ordnungsamts. Es ist also Aufgabe der Fans, auch in diesem Jahr für eine ausgelassene Stimmung und das seit 2006 weltweit bekannte Schwarz-Rot-Gold-Fieber zu sorgen. Denn mit der nötigen Unterstützung kann es „unseren Mädels“ gelingen, den dritten Weltmeisterschaftstitel in Folge zu gewinnen – und das diesmal sogar im eigenen Land.
