„Das Freilichtmuseum ist wieder im Aufwind.“ So fassten Museumsleiterin Steffi Cornelius und Landrat Heinz Eininger in der Kelter in Beuren die Saisonbilanz zusammen. Nach einem Einbruch im vergangenen Jahr verzeichnete die Einrichtung des Kreises in Beuren mit rund 79 000 Besuchern wieder einen Anstieg um rund 6 000 Gäste.
Uwe Gottwald
Nürtingen. Nicht nur die Alblinsen, zubereitet vom neuen Pächter-Ehepaar der Museumsgaststätte Engelberg, gingen den Verantwortlichen und den zahlreich erschienenen Ehrenamtlichen, für die der Dankeschön-Abend ausgerichtet wird, runter wie Öl. Auch die Bilanz der siebenmonatigen Museumssaison machte Appetit auf mehr.
Heinz Eininger dankte den Ehrenamtlichen für ihr Engagement: „Sie erfüllen dieses Museum der ländlichen Kultur mit Leben.“ Der Landrat würdigte weiter den Einsatz der Partner, die zum finanziellen Fundament beitragen. Der Kreistag stehe unumstritten zur Trägerschaft des Landkreises. Das Land unterstütze mit Zuschüssen den Aufbau neuer Häuser, auch neue Partner für Veranstaltungen habe man hinzugewonnen. Seit sieben Jahren engagiere sich die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Franz Scholz, den Eininger unter den Gästen begrüßte. Das Institut trage ebenso wie die vielen Fördermitglieder des Museums zu einer verlässlichen finanziellen Basis bei.
Das Museum könne mit dem Besucheranstieg auf eine überaus erfolgreiche Saison zurückblicken, betonte Eininger. Das anspruchsvolle Programm und seine Themenvielfalt haben sich sehen lassen können. „Auch mit Initiativen wie dem Themenpfad Natur- und Kulturlandschaft und dem Auftakt zur Biosphärenwoche mit Regierungspräsident Johannes Schmalzl, oder dem Tag des Handwerks mit der Kreishandwerkerschaft, bei dem sich Tradition und Innovation berührten, konnte der leichte Negativtrend umgekehrt werden“, stellte Landrat Eininger fest.
Das Haus Bühler aus Öschelbronn, dessen Teile eingelagert waren, ist mittlerweile zur Restauration verschickt worden, mit dem Aufbau in Verbindung mit dem neuen Eingangsgebäude für das Museum werde Anfang nächsten Jahres begonnen. „Auch wenn es erst bis 2015 vollständig errichtet ist, wird doch im Laufe der nächsten Saison schon einiges zu sehen sein und zur weiteren Attraktivität des Museums beitragen“, ist Eininger überzeugt. Auch die Neuverpachtung der Museumsgastronomie habe frischen Schwung ins Museum gebracht; erstmals werde die Gastronomie während der nun beginnenden Winterpause geöffnet sein. Schließlich habe sicher auch die Erneuerung der Werbeauftritte zum diesjährigen Erfolg beigetragen.
Rudolf Gregor, Bereichsleiter der Kreissparkasse und Schatzmeister des Fördervereins, zog in Vertretung des beruflich verhinderten Vereinsvorsitzenden Wolfgang Maier eine nicht minder positive Bilanz. Die Kampagne zur Gewinnung von Mitgliedern habe gefruchtet, rund 50 neue Förderer seien dazugekommen.
Auch das Museumslädle mit seinen 40 Ehrenamtlichen trage zu einem positiven Ergebnis bei, weshalb der Förderverein übernächstes Jahr 75 000 Euro für das neue Eingangsgebäude beisteuern könne. Letztlich profitiere das Lädle selbst davon, bekomme es doch mit dem Umzug in das Eingangsgebäude einen attraktiven Standort. Gregor kündigte auch finanzielle Unterstützung für Bänke vor dem Eingangsgebäude und für einen Fahrradparkplatz an.
Darüber hinaus seien zahlreiche Mitglieder aktiv an Museumsaktionen beteiligt gewesen, wie der 50er-Jahre-Modenschau, den Backaktionen, der Heuernte, dem Oldtimertreffen oder dem Kinderferienprogramm, um nur einige Beispiele zu nennen. Weitere Mitglieder seien willkommen, sich in einer Gemeinschaft auszutauschen und mitzuarbeiten, die ländliche Kultur bewahren und Geschichte lebendig vermitteln wolle.
Museumsleiterin Steffi Cornelius ließ die Saison in einer Bilder-Schau Revue passieren, die einige bereits genannte Höhepunkte aus über 100 Veranstaltungen zeigte. Erstmals habe es ein Sängertreffen und eine Prämierung von Landschafrassen gegeben, der Besucherandrang sei überraschend gut gewesen. Auch die Obst- und Gartenbauer hätten sich wieder eingebracht. In einem Projekt mit der Universität Freiburg ließ man das Museumsgelände auf Merkmale einer alten Kulturlandschaft untersuchen – die Ergebnisse sollen in die Pflegemaßnahmen einfließen.
Gerne angenommen werden Familienführungen, so Cornelius. Eine Erfolgsgeschichte seien die Gruppenangebote. Bei 339 Führungen habe man rund 15 000 Besucher erreicht. Schließlich habe man einen kompletten Friseursalon aus den 50er-Jahren angeboten bekommen. „Den mussten wir einfach übernehmen“, so Cornelius. Nicht nur bei Besuchern, auch in Fachkreisen erfahre das Museum viel Lob. Die Auftaktveranstaltung für die sieben Freilichtmuseen im Land werde im März in Beuren sein.
