Weilheim. „Come let us sing“– die musikalische Einladung erfüllte den ganzen Raum der Peterskirche in Weilheim. Nach und nach näherte sich der singende und tanzende
Frauenchor „Salto Vocale“ dem Altar. Allen war klar: dieser Chor ist in Bewegung und alles andere als träge und steif. Die schwungvolle Begrüßung riss die Zuhörer sofort mit, und sie klatschten begeistert im Takt mit. Unter der Leitung von Andreas Baumann bekamen alle Gäste ein vielseitiges geistliches Programm zu hören, das überwiegend dreistimmig gesungen wurde. Die besondere Mischung aus fröhlicher und lebhafter Musik, aber auch aus sentimentalen Tönen, die für eine sakrale Stimmung sorgten, ließen die Zuschauer den Alltag vergessen.
Die abwechslungsreiche musikalische Reise führte unter anderem zurück in die Anfänge des Negro Spirituals im 16. Jahrhundert, mit Klassikern wie „Deep River“ und „Let my light shine bright“, die für dreistimmigen Frauengesang arrangiert waren. Aber auch Stücke der Kirchenmusiker der Postmoderne, wie zum Beispiel des populären Komponisten John Rutter oder Sherry Porterfield, erfüllten die Peterskirche mit besonderen Jazz-Harmonien. Begleitet wurde der sympathische Frauenchor von der Pianistin Moira Muschalla.
Ein weiterer Höhepunkt war der Abstecher in die Romantik mit dem Terzett „Hebe deine Augen auf“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Es wurde gesungen von den Solisten Verena Jogwer, Margit Müller und Michaela Zanker. Abwechselnd zum Chor ließ der studierte Pianist und Dirigent Andreas Baumann seine Finger gefühlvoll zu Liedern wie „Children‘s Song“ von Manfred Schmitz über die Tasten tanzen.
Gegründet wurde der Frauenchor „Salto Vocale“ vor vier Jahren unter dem Dach des Gesangvereins Weilheim 1840. Die Frauen sind zwischen 37 und 60 Jahre alt. Viele Berufe sind vertreten, von der hauptberuflichen Familienmanagerin über Lehrerinnen bis zur Medizininformatikerin. „Aber wenn es ums Singen geht, dann raufen wir uns zusammen und haben dabei jede Menge Spaß“, sagt Nicole Mütschele (Sopran II 40). So konnte man den ganzen Abend ausschließlich motivierte und begeisterte Frauen sehen, die den Zuhörern vom Altar aus entgegenstrahlten.
Die Notenständer waren übrigens nur pro forma. Denn die Chorteilnehmerinnen von „Salto Vocale“ waren sich ihrer Sache sehr sicher und traten selbstbewusst und frei auf. Auch der Leiter Andreas Baumann erzählte begeistert von der Zusammenarbeit mit dem Frauenchor: „Während der Proben herrscht eine tolle Kombination aus Konzentration und dem richtigen Humor. Ich arbeite sehr gerne mit Salto Vocale.“ Gegen Ende des Konzerts konnten die Zuhörer fast nicht mehr still auf den Bänken sitzen. Nach so viel Frauenpower endete der gelungene Abend mit zwei Zugaben, viel Applaus und so manchem Spiritual-Ohrwurm, der wohl noch lange in den Ohren der Zuhörer nachklang.
