Plochingen. Rund 50 Delegierte der 166 Mitgliedsunternehmen nahmen an der Mitgliederversammlung teil, bei der Waiblinger den Geschäftsbericht 2010 vorstellte.
Die Messlatte für das Geschäftsjahr 2010 lag durch das Spitzenjahr 2009 sehr hoch, stellte der GARP-Geschäftsführer rückblickend fest. Im Krisenjahr 2009 boomte es in der Bildungsschmiede. An den Standorten Ruit, Plochingen, Nürtingen und Göppingen wurden Bildungsmaßnahmen für Kurzarbeiter durchgeführt und in Plochingen wurde im Filswehr eine „Außenstelle“ eröffnet, in der Jugendliche in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit zu Metallwerkern und Teilezurichtern, aber auch Gärtnern und Friseuren ausgebildet wurden. Mit durchschlagendem Erfolg, stellte Waiblinger erfreut fest: „Wir konnten über 70 Prozent der Teilnehmer einen festen Arbeitsplatz vermitteln. Das ist eine ganz tolle Sache!“
Im Jahr 2010 war die Krise größtenteils bewältigt. Weiterbildungsmaßnahmen für Kurzarbeiter liefen aus, die Anzahl der Auszubildenden in den Mitgliedsbetrieben sank um 23 Prozent und in der Businessakademie endete im Januar 2010 ein Großauftrag. Positiv habe sich jedoch das Weiterbildungsangebot für private Kunden entwickelt: „Hier konnten wir sogar leicht zulegen“, skizzierte der Geschäftsführer die Entwicklung. Man sei in allen Bereichen sehr gut aufgestellt – von der Industrie- und Projektausbildung über die Berufsfachschule bis hin zur Studien- und Businessakademie.
Dass GARP in der Region nach wie vor die Nummer eins in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sei, machte er anhand von Investitionen und Synergieeffekten deutlich: „Wir haben in Ruit und Plochingen jeweils 250 000 Euro in Elektroniklabore investiert und können eine Top-Ausbildung anbieten. Das ist die Stärke unseres Verbunds.“
Mithilfe von Spenden der Irmgard-und-Eugen-Hahn-Stiftung konnte außerdem ein Dreh- und Fräszentrum in Betrieb genommen und damit die Ausbildung auf modernstes Niveau gehoben werden. Auch auf anderen Ebenen legte GARP nach. Die Berufsfachschule habe mittlerweile 150 Schüler. „Das entspricht fast einer kleinen Berufsschule“, betonte Waiblinger und konnte mit noch mehr positiven Nachrichten aufwarten: „Im Jahr 2010 haben wir erstmals 15 Schüler zur Fachhochschulreife geführt. Die studieren jetzt oder stehen in Ausbildung.“
Auch mit neuen Weiterbildungsprogrammen sei GARP am Puls der Zeit. Die Ausbildung zum Abfall- und Umweltbeauftragten komme den aktuellen Anforderungen entgegen, Qualitätsmanagement und die Ausbildung zum Logistikmanager sind ebenfalls neu im Programm.
Damit im Jahr 2011 die GARP-Erfolgsstory fortgesetzt werden kann, gelte es jetzt schon, den Blick nach vorne zu richten, betonte Waiblinger. „Der Fachkräftemangel wird zu einem ernsten Problem werden, darauf müssen wir uns einrichten.“
Mit Aktionen wie dem „Praxisparcours“, dem „Girls-Day“, der Aktion „Berufe im Blick“ oder mit Bildungspartnerschaften unterstütze GARP bereits heute Jugendliche offensiv bei der Berufsorientierung. Darüber hinaus werde das Angebot an technischer Weiterbildung ständig ausgebaut.pm
