Notzinger Gemeinderat beschloss erweiterte Betreuungszeiten
Gebühren moderat erhöht

Kindergarten, Kernzeitbetreuung, Rasselbande und Verlässliche Grundschule waren die vielschichtigen Themen, mit denen sich der Notzinger Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung befasste.

Notzingen. Umfangreiche Vorarbeit hatten Claudia Marquardt vom Hauptamt Notzingen und der Verwaltungsausschuss geleistet. Nun ging es um die endgültige Weichenstellung durch den Gemeinderat. Anhand einer Umfrage ermittelte die Verwaltung den gewünschten Bedarf der Familien. Mehrere Module standen zur Auswahl, beispielsweise was die Öffnungszeiten, die Verlässliche Grundschule oder die Ganztagsbetreuung anbelangt.

Dabei stellte sich heraus, dass für 75 Grundschüler das bestehende Angebot in der Kernzeit- und Ferienbetreuung ausreicht, 26 bräuchten dagegen eine erweiterte Öffnungszeit. Bei diesen 26 Kinder gab es für eines der Module eine klare Mehrheit. Deshalb werden zum neuen Schuljahr 2011/2012 die Öffnungszeiten in der Kernzeitbetreuung in der Grundschule erweitert und passend zur Ganztagsbetreuung im Kindergarten eingeführt. Das heißt: montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr und freitags von 7 bis 13 Uhr. Somit können die Kinder maximal 42 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen. Räume sind dafür in der Schule und der ehemaligen Hausmeisterwohnung in der Gemeindehalle vorhanden, ebenso

­Toiletten. Essen gibt es für die Kinder auf Wunsch der Eltern. Pro Kind fallen Kosten von 3 Euro pro Mahlzeit an, 10 Cent mehr kostet es für die Grundschüler, die dafür 30 Prozent mehr Beilage bekommen.

„Unser Ziel muss eine annähernde Kostendeckung sein, weshalb wir unsere Gebühren überarbeiten müssen“, erklärte Claudia Marquardt. Ross und Reiter nannte in diesem Zusammenhang Bürgermeister Jochen Flogaus: „Wir sind der Billige Jakob im gesamten Umkreis.“ Deshalb schlug die Verwaltung vor, wenigsten 50 Cent für jede Stunde zu verlangen. Somit wären in Zukunft beispielsweise für die Verlässlich Grundschule statt 480 Euro im Jahr 666 Euro bei gleichem Angebot fällig, 858 Euro sind es bei der maximal buchbaren Betreuung von knapp 30 Stunden pro Woche. Diesem Vorschlag stimmte das Gremium einstimmig zu. Mit dem derzeitgen Personal kann das zusätzliche Angebot nicht geschultert werden.

Die Ferienbetreuung in der Grundschule ist wie bisher von 7 bis 13 möglich und bleibt während den Kindergartenferien zu. Die Öffnungszeiten von Montag bis Freitag sind von 7 bis 8.45 Uhr, montags bis donnerstags von 11.15 bis 14 Uhr und freitags von 11.15 bis 13 Uhr. Die zusätzliche flexible Nachmittagsbetreuung von Montag bis Donnerstag wird von 14 bis 16 Uhr angeboten und kann entweder für zwei oder vier Tage zusätzlich gebucht werden. Neu ist, dass die Ferienbetreuung nicht mehr im Paket dabei ist, sondern als extra Angebot genutzt werden kann.

Ferner befasste sich der Gemeinderat mit den Kindergärten. Auch hier zeigte Claudia Marquardt die Betreuungsangebote in den drei Kindergärten der Gemeinde auf. Gut angenommen wird die Rasselbande im Alemannenweg, die die unter dreijährigen Kinder aufnimmt. Hier gibt es sogar eine Warteliste für Auswärtige. Die Plätze reichen gerade für die Notzinger Kinder aus, weshalb der Antrag der Rasselbande abgelehnt wurde, eine altersgemischte Gruppe von null bis sechs Jahren zu bilden. „Bei dieser Regelung könnten nur fünf Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden. Wir brauchen aber die maximale Belegung von zehn Kindern“, erklärte Jochen Flogaus.

Die Regelgruppe im Alemannenweg bleibt bestehen. Bei entsprechendem Interesse – mindestens sechs Kinder müssen bis Ende Mai angemeldet sein – gibt es dort sogar eine zusätzliche Gruppe, die in der oberen Wohnung Platz für weitere rund zehn Kinder über drei Jahren für Ganztagsbetreuung samt Mittagessen bietet.

Größere Veränderungen wird es im Kindergarten Letten geben, die Auswirkungen auf ganz Notzingen haben wird. Auf Dauer soll dort das „Zent­rum“ für die Ganztagsbetreuungseinrichtungen sein. Deshalb wird dort zum Stichtag 31. Juli 2013 die Regelgruppe aufgelöst beziehungsweise die Kinder dem Kindergarten Brühl zugeteilt werden. Vorerst bleibt die Regelgruppe noch dort, um den Kleinen einen Umzug zu ersparen. Ein Jahrgang muss allerdings in den sauren Apfel beißen. Außerdem wird die Gemeinde eine hauswirtschaftliche Kraft mit einem etwa 15-prozentigem Beschäftigungsumfang einstellen.

Somit ändert sich auch einiges für den Kindergarten Brühl. Kinder aus dem Bereich Letten werden ab Sommer 2013 in den Brühl eingeteilt, wenn eine Regelgruppe benötigt wird. Bei Bedarf wird die bestehende Kleingruppe mit maximal 15 Kindern zu einer zweiten Regelgruppe aufgestockt.