Owen. Das Betreuungsangebot in Owen – für Kindergarten, Kinderkrippe und Ganztagsbetreuung an der Grundschule – ist ausgesprochen flexibel und lässt sich auf nahezu alle Bedürfnisse der Eltern zuschneiden. Entsprechend komplex sind die Gebühren, die für die unterschiedlichsten Betreuungsmodelle erhoben werden und die unter anderem abhängig sind vom Alter der Kinder, von der Wochenstundenzahl oder auch von der Anzahl der Kinder unter 18 Jahren in einer Familie.
Dass die Eltern aber den Überblick im Gebührendschungel verlieren würden, lässt sich so nicht sagen. Vielmehr zeigten sie sich bislang sehr findig, wenn es darum ging, nach dem günstigsten Angebot zu suchen. Mitunter kommt es also vor, dass Kinder aus Kostengründen ein Betreuungsangebot wahrnehmen, das aus pädagogischen Gründen gar nicht unbedingt für sie vorgesehen ist, wie Bürgermeisterin Verena Grötzinger im Gemeinderat ausführte. Auch darauf hat die Verwaltung mit ihren Vorschlägen zu Gebührenerhöhungen nun reagiert.
Ziel ist es eigentlich, rund 20 Prozent der Gesamtkosten durch Gebühren zu decken. Derzeit liegt dieser Prozentsatz in Owen aber nur bei zwölf. Trotz der Erhöhung der Gebühren habe die Kommune um die 220 000 Euro an Mehrausgaben zu tragen. Das sei aber von vornherein bekannt gewesen und im Gemeinderat auch so beschlossen worden, betonte die Bürgermeisterin. Stadträtin Karin Warth stellte deshalb fest: „Man kann anhand dieser Zahlen der Behauptung, Deutschland würde nichts für Kinder tun, nur widersprechen.“
Bei der Betreuung im Grundschulbereich ist der Kostendeckungsgrad durch Gebühren mit rund 70 Prozent wesentlich höher. Wie im Kindergarten und in der Krippe, kommen auch hier bei den Einnahmen noch Landeszuschüsse hinzu. Trotzdem muss die Stadt auch für die Grundschulbetreuung noch ein Defizit von 16 000 Euro übernehmen. Für die Kommune seien die Kosten bei der Ganztagsbetreuung ebenfalls nur schwer zu kalkulieren, sagte Verena Grötzinger: „Wir wissen ja im Vorfeld nicht, wie viele Kinder mit welchem Betreuungsmodell angemeldet werden.“
