Kreis Esslingen. Vor drei Jahren war die denkmalgeschützte, 165 Jahre alte Brücke aufwendig saniert worden. 1,1 Millionen Euro hat das gekostet. Ein halbes Jahr lang war die Brücke gesperrt und hat den Neckartailfinger Bürgern etliche Umwege abverlangt. Hauptaufgabe war damals, die 111 Holzpfähle zu sichern, auf denen die Brücke gründet. Dazu wurde ein Senkkasten um den Brückenpfeiler gebaut und gut einen Meter in den Neckar eingelassen. 460 Tonnen Steine sollten diesen Kasten schützen.
Diese 460 Tonnen nahm der Neckar Anfang Juni 2013 mit auf seine Reise. Nach einigen Regentagen führte der Fluss Hochwasser, am Pegel Kirchentellinsfurt wurde es sogar als Jahrhundert-Hochwasser eingestuft. Der Senkkasten liegt jetzt größtenteils frei und hat sich abgesenkt, fanden Taucher heraus. Wenn nichts gemacht wird, nage der Flusskies wie ein Biber an den Holzpfählen, erklärte König im Kreistags-Ausschuss für Technik und Umwelt.
Das sollen erneut 60 Kilo schwere Steine verhindern, aber dieses Mal werde man sie mit Unterwasserbeton verklammern. Vor drei Jahren habe man keinen Fehler gemacht, findet der Straßenbauer, der Senkkasten habe sich eigentlich als richtig erwiesen, aber man habe sich bei der Wucht des Neckars verkalkuliert. In den nächsten Tagen soll Sanierung Nummer zwei schon beginnen. Dazu werden holländische Hochseetaucher erwartet, Spezialisten mit viel Erfahrung.
Sechs Wochen sollen die Arbeiten dauern, eine Brückensperrung sei aber nicht nötig, betonte Landrat Heinz Eininger in Erinnerung an den Ärger, den es 2010 gab. Für die Arbeiten sind 600 000 Euro veranschlagt, ein Teil kann aus den Mitteln abgezogen werden, die für die Kreisstraße von Hochdorf nach Roßwälden eingeplant waren. Fast 400 000 Euro mussten die Kreisräte als außerplanmäßige Auszahlung abnicken.
Nur wenige Kilometer entfernt liegt ein zweites Problemkind. Es trägt den schönen Namen Höllbachtal. Im Sommer 2012 kam es dort zu einer größeren Hangrutschung. Die Kreisstraße zwischen Neckartenzlingen und Schlaitdorf ist derzeit halbseitig gesperrt. Im Frühsommer 2014 sollen Hang und Straße in vier Bauabschnitten gesichert werden. Vier Monate unter Vollsperrung, kündigte König an. Die Rutschung, die bis zu zehn Meter tief in den Boden geht, soll durch verschiedene Bohrpfähle gestoppt werden. Mikropfähle gehen bis zu zehn Meter tief, Zugpfähle bis zu 20 Meter in tragfähigen Grund. Am Bach unten soll das Ufer mit Steingabionen vor der Ausspülung geschützt werden.
Die Zweifel der Kreisräte, ob das dann so stabil werde wie an der Plochinger Steige in Kirchheim – die wird gerade auch zum zweiten Mal saniert – zerstreute König. In Kirchheim, im Übrigen vom Land betreut, habe man 2008 eine billigere Variante gewählt, die in 80 Prozent der Fälle funktioniere, in 20 Prozent nicht. Jetzt werde dort die gleiche Technik wie im Höllbachtal angewandt. Für die Sanierung der Straße nach Schlaitdorf sind 1,17 Millionen Euro veranschlagt.
