Kreisbewohner sind im Schnitt seltener krank
Gesunde Arbeitnehmer

In keiner der 44 baden-württembergischen Stadt- und Landkreise waren die krankheitsbedingten Fehltage im Jahr 2011 niedriger als im Kreis Esslingen. Das geht aus dem Barmer GEK Gesundheitsreport 2012 Baden-Württemberg hervor, der bundesweite Werte vergleicht.

Kreis Esslingen. Für diese Studie hat das Hannoveraner Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG) die Arbeitsunfähigkeitsdaten von 3,5 Millionen Versicherten der Barmer ausgewertet. Davon wohnten rund 333 000 (9,5 Prozent) in Baden-Württemberg. Die für den Landkreis Esslingen ermittelten Arbeitsunfähigkeitstage liegen fast 30 Prozent unter dem Bundes- und rund 16 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Eine Krankmeldung dauerte im Landkreis Esslingen statistisch elf Tage, im Bundesdurchschnitt sind es dagegen 13,2 Tage. Die auf Bundesebene ermittelten Arbeitsunfähigkeitsfälle unterschreitet der Kreis Esslingen um 15 Prozent. „Die Esslinger waren demnach seltener und kürzer krankgeschrieben als der Durchschnittsdeutsche“, sagte Frank Wahl, Bezirksgeschäftsführer der Barmer GEK Esslingen.

Der Krankenstand, sprich der Anteil der arbeitsunfähig gemeldeten Erwerbspersonen an allen erwerbsfähigen Versicherten, lag im Kreis Esslingen bei 2,9 Prozent, im Bund bei 4,2 Prozent. An einem durchschnittlichen Kalendertag des Jahres 2011 waren im Schnitt 42 von 1 000 Beschäftigten in Deutschland arbeitsunfähig gemeldet, im Landkreis Esslingen dagegen nur 30.

Der Gesundheitsreport hat die Fehlzeiten für die Diagnosen ermittelt, die am häufigsten zu einer Arbeitsunfähigkeit führten: Psychische und Verhaltensstörungen, Erkrankung der Atemwege, wozu zum Beispiel die Erkältung oder der grippale Infekt zählen, Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, erfahrungsgemäß sind das oftmals Rückenbeschwerden, und Verletzungen. Die für den Landkreis Esslingen ermittelten Fehltage wegen unterschiedlicher Verletzungen liegen nach der Studie fast 36 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Das ist der niedrigste Wert im ganzen Land Baden-Württemberg.

Seelische Krankheiten machen am häufigsten arbeitsunfähig

Mit dem Begriff Erwerbspersonen werden im Gesundheitsreport 2012 Baden-Württemberg jene Personen bezeichnet, denen bei längerer Arbeitsunfähigkeit Krankengeldzahlungen seitens der Krankenkasse zustehen und die vor genau diesem Hintergrund auch zur Abgabe von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bei ihrer Kasse verpflichtet sind.

Betrachtet werden in der Untersuchung der Barmer sowohl sozialversicherungspflichtig beschäftigte Männer und Frauen als auch die Empfänger von Arbeitslosengeld I. Dieser Ansatz bedeutet, dass die Studie anhand der ausgewerteten Daten ein umfassendes Bild von den Krankmeldungen in der jeweiligen Region vermittelt.pm