Lenningen. Von einem kleinen Tohuwabohu sprach Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht, als er den Tagesordnungspunkt zur ersten Änderung des Flächennutzungsplans für die Gemeinschaftsschuppenanlage in Unterlenningen aufrief. Das Regierungspräsidium (RP) und der Verband Region Stuttgart haben dazu eine Stellungnahme abgegeben. „Nur die Region hat Bedenken. Wir haben nun einen Gesprächstermin“, erklärte Erika Biedermann-Keck, Leiterin des Bauverwaltungsamts.
Das Regierungspräsidium sieht keine Probleme bei der Realisierung des Lenninger Wunsches, eine Gemeinschaftsschuppenanlage direkt neben der Bundesstraße nach dem Ortsausgang Unterlenningen in Richtung Brucken zu bauen, zumal es sich um eine „geringfügige Inanspruchnahme“ handelt. In dem Schuppen sollen Hobbylandwirte Unterstellmöglichkeiten für ihre Schlepper und andere Gerätschaften bekommen, die sie für die Pflege beispielsweise der Streuobstwiesen brauchen.
Die Region Stuttgart ist jedoch anderer Ansicht. Die dem RP untergeordnete Behörde äußerte weiterhin Bedenken, da sich der Bereich in der Grünzäsur befindet. „Die Region befürchtet, dass die Ortsteile Brucken und Unterlenningen zusammenwachsen“, so Erika Biedermann-Keck. Dabei handelt es bei dem geplanten Standort um einen Bereich, der schon vorbelastet ist: ein Bierkeller und das Regenüberlaufbecken befinden sich bereits dort. Nicht zuletzt aus diesem Grund weist die Gemeinde Lenningen die Bedenken des Verbands entschieden zurück.
„Warum machen wir ein neues Fass auf und schauen nicht, ob wir innerörtlich eine Möglichkeit finden“, fragte Dieter Epple. Dies lehnt Erika Biedermann-Keck aus nachvollziehbaren Gründen ab: „Da sind Konflikte vorprogrammiert wenn nachts um zehn Uhr der Traktor durchs Wohngebiet fährt. Es ist ja auch schweres Gerät.“ Aus diesem Grund fiel die Wahl auf den vorgeschlagenen Standort, denn er grenzt an ein Gewerbegebiet an und hat direkte Anbindung an die B 465. „Der Standort ist richtig, solch ein Schuppen gehört nicht in die Ortsmitte“, stellte auch Karl Boßler klar und Jürgen Rau wunderte das Verhalten des Verbands. „Die Region sollte sich klar machen, ob sie Landschaftspfleger will oder nicht“, sagte er.
„Wir wollen den Standort nicht stoppen. Deshalb gab es einen Vor-Ort-Termin mit dem Regierunspräsidium“, erklärte Michael Schlecht. Das Ergebnis des Treffens: Die Behörde hat festgestellt, dass das Vorhaben an dieser Stelle nicht raumbedeutsam ist. Aus diesem Grund hofft der Schultes, dass sich das Landratsamt der Ansicht des RP anschließt. Sollte jedoch die Region auf ihrem Standpunkt beharren und das Landratsamt deren Argumentation folgen, bliebe Lenningen als Option der Klageweg. Erika Biedermann-Keck hofft allerdings auf eine Einigung bei dem anberaumten Gesprächstermin. „Wir haben die Fläche ja schon auf Wunsch der Genehmigungsbehörden verkleinert“, erklärte sie. Michael Schlecht ist „verhalten optimistisch“. Der Lenninger Gemeinderat sprach sich jedenfalls einstimmig für die Änderung des Flächennutzungsplans aus, nicht zuletzt deshalb, weil viele Interessierte schon lange auf diese Unterstellmöglichkeiten warten.
