Dettingen. Trotz der winterlichen Wetterbedingungen konnte Vorsitzender Walter Hettenbach 52 Mitglieder mit Partnern und die stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauvereine Nürtingen (KOV) und Vorsitzende des OGV Owen, Gertrud Bader, begrüßen. In seinem Jahresbericht reflektierte Walter Hettenbach die Wetterentwicklung und den Obstertrag im Jahr 2012. Mit milden Temperaturen und reichlich Niederschlägen war der Januar oft auch eine windige Angelegenheit. Sehr kalt war es hingegen in den Folgemonaten. Temperaturen von bis zu 20 Grad Minus waren keine Seltenheit. Da sehr wenig Schnee lag, gefror der Boden bis zu einer Tiefe von 70 Zentimetern. Es gab Frostschäden an Feldfrüchten, Rosen und Stauden.
Je höher die Sonne stand, desto angenehmer waren die Tage. Bis Ende März war es warm und trocken, und es begann zu blühen. Doch am 2. April zogen Blitz und Donner über uns hinweg. Kalt und regnerisch war danach das Wetter, unterbrochen durch einige warme Sonnentage mit bis zu 25 Grad. Mensch und Natur hatten im April große Temperatursprünge auszuhalten.
„Ist der Mai kühl und nass, füllt er dem Bauer Scheuer und Fass.“ Diese Weisheit trifft aber nicht immer zu. Denn nasses, kühles und unbeständiges Wetter zur Blütezeit ergibt geringe Erträge. Das heißt: schwieriger Pflanzenschutz und bei den Kirschen starker Fruchtfliegenbefall. Um dieses Problem zu umgehen, ist es eventuell sinnvoll, frühe Sorten zu pflanzen oder zu veredeln.
Erst Mitte August stellte sich eine stabile Wetterlage ein. Bei den Zwetschgen, Mirabellen, Äpfeln und Birnen gab es unregelmäßige Erträge. Die Qualität war sicherlich nicht schlecht, was Öchsle und Geschmack anbetrifft, aber die Haltbarkeit ließ zu wünschen übrig.
Aufgrund des warmen und trockenen Wetters konnte bis weit in den Oktober hinein geerntet werden. Die Erntemengen lagen gegenüber dem Vorjahr etwa um ein Drittel niedriger. Die Preise für einen Doppelzentner Streuobst lagen anfangs bei 6,50 und am Ende der Saison bei 12 Euro. Doch am Ende des Monats kam der Umschwung. Tage zuvor war es noch zwischen 20 und 22 Grad warm – und dann kam innerhalb kurzer Zeit eine Schneelandschaft. Die wunderschöne Herbstfärbung und -stimmung wurde über Nacht durch eine weiße Pracht abgelöst. Am kalendarischen Winteranfang konnte hingegen eher von einem Frühlingsanfang gesprochen werden. Mit milden Temperaturen ging es auch ins neue Jahr. Nach dem Jahresrückblick des Vorsitzenden berichtete Schriftführer Manfred Weinacht über die Vereinsaktivitäten.
Die Aktiva und Passiva der Vereinskasse erläuterte der Rechner Michael Hack. Dass seine Kasse ordnungsgemäß geführt wurde, bestätigten die Kassenprüfer Thomas Helber und Martin Theil. Der Antrag von Thomas Helber auf Entlastung der gesamten Vorstandschaft wurde einstimmig angenommen.
Unter dem Tagesordnungspunkt Wahlen stellte sich Michael Ott in Abwesenheit zur Wahl. Krankheitsbedingt war ihm ein persönliches Erscheinen nicht möglich. Er wurde einstimmig für drei Jahre in den Vorstand des OGV gewählt.
Die anstehenden Ehrungen wurden von Gertrud Bader vorgenommen. So wurden Kurt Euchner, Fritz Holder und Hermann Rall für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Sie erhielten das goldene Bäumchen des Landesverbands für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurde Herbert Geissler mit dem silbernen Bäumchen geehrt. Im Anschluss wurde Siegfried Ott mit dem silbernen Apfel ausgezeichnet. Seit 17 Jahren gestaltet er die Geschicke des OGV als Vorstandsmitglied mit. Auch Walter Hettenbach konnte Gertrud Bader mit dem goldenen Apfel auszeichnen. Er ist seit 15 Jahren Vorsitzender des OGV und war einer der Initiatoren der Dettinger Mostprämierung, die nun zum 17. Mal stattfindet.
Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ wurden die geplanten Jahresaktivitäten des OGV vorgestellt. Neben Vorträgen und Weiterbildungen steht das Dettinger Straßenfest im Mittelpunkt. Für das Jahr 2014 ist ein mehrtägiger Ausflug – der OGV wird 90 Jahre alt – geplant. Besondere Erwähnung verdient Gerhard Bauer mit seiner Obstbaumzählung, die den Baumbestand auf der Gemarkung dokumentiert.
Zum Abschluss zeigte Mitglied Heinz Schöttner den Film „Unsere Streuobstwiesen“ vom Regierungspräsidium Stuttgart und seine eigene Bilderfolge „Blütenrausch“.mw
