Ohmden. Die Übungsannahme: Im Technikraum der Grundschule wurde vergessen, eine Herdplatte auszuschalten. Es kommt zu einer Überhitzung in der Elektrik, die sich als Schwelbrand ausbreitet und in kürzester Zeit auf die Küchenzeile übergeht. Starker Qualm und Brandgeruch verbreiten sich binnen Sekunden in der Schule.
Rektorin Gabriele Seitz bemerkt das Feuer und schlägt sofort Alarm. Die Evakuierung der 68 Schüler, die alle am Samstag in ihre Schule gekommen sind, muss sofort beginnen. Schulleiterin Seitz und ihre sechs Kollegen bringen ihre Schüler auf den Pausenhof. Plötzlich bemerken die Lehrer, dass noch weitere Schüler im Gebäude sind. Der Notruf geht zuerst bei der Leitstelle Esslingen ein, anschließend wird die Freiwillige Feuerwehr Ohmden alarmiert. Bis die Kameraden alle von ihren Arbeitsstätten im Magazin sind und Kleidung sowie alle Gerätschaften beisammen haben, vergehen bis zu fünf Minuten. „Diese Zeit kann einem wirklich unheimlich lange vorkommen, vor allem, wenn Personen in Gefahr sind“, sagt Seitz.
Das erste Fahrzeug mit neun Mann Besetzung biegt um die Ecke. Die Kameraden, bekleidet mit Schutzanzügen und Atemmasken, suchen im Schulgebäude nach den vermissten Kindern. Die Schüler werden schnell gefunden und herausgetragen. Das Deutsche Rote Kreuz Weilheim ist vor Ort und leistet Erstversorgung. Zudem betreut das DRK alle anderen Kinder, die auf dem Hof den Einsatz abwarten. Nach der Rettung der Kinder belüftet der Wassertrupp den Technikraum. Der Schlauchtrupp und Maschinist stellen die Wasserversorgung her. Zusätzliche Fahrzeuge unterstützen beim Löschen. Zwei Feuerwehrleute steigen über eine zweiteilige Steckleiter in den Technikraum ein, um den Brand endgültig zu löschen. „Wir haben die Kameraden nicht über den bevorstehenden Einsatz informiert“, erklärt Kommandant Reiner Preyß.
Eine Woche zuvor hatte die Freiwillige Feuerwehr Ohmden die Grundschüler besucht, um mit ihnen eine Brandschutzerziehung durchzuführen. Zudem wurden kleine Versuche mit dem Feuer gemacht und die Kinder probten eine Räumübung. „Es ist immer am besten, wenn echte Fachleute den Kindern etwas erklären. Ich bin froh, dass die Freiwillige Feuerwehr ihre Hauptübung hier bei uns in der Grundschule durchgeführt hat. In einem kleinen Ort wie Ohmden muss man eben Hand in Hand zusammenarbeiten“, meinte Gabriele Seitz.
