Kirchheim. Zunächst einmal berichtete Sachgebietsleiter Jürgen Schröter von einer Umstrukturierung innerhalb der Verwaltung: Das Stadtmarketing ist seit einem halben Jahr ein Sachgebiet, das dem Amt für Gremien und Öffentlichkeitsarbeit zugeordnet ist. Außer Jürgen Schröter kümmert sich auch Andrea Bauknecht um diesen Geschäftsbereich. Aufgaben seien außer dem eigentlichen Stadtmarketing auch das Veranstaltungsmanagement sowie die Unterstützung des Einzelhandels – wobei sich die einzelnen Bereiche nicht immer scharf voneinander abgrenzen lassen, wie Jürgen Schröter auf Nachfrage erklärte.
Zum eigentlichen Stadtmarketing verwies der Sachgebietsleiter auf eine Werbekampagne der Stadt entlang der S-Bahn bis Stuttgart und auf dazugehörige Postkarten, die Menschen in der Region auf Kirchheim aufmerksam machen sollen. Bei insgesamt 26 000 Postkarten, die auslagen, sei eine beachtliche Mitnahmequote von 70 Prozent erreicht worden. QR-Codes sorgen außerdem dafür, dass diejenigen, die sich von der Werbekampagne angesprochen fühlen, schnell zu weiteren Informationen im Internet gelangen können.
Außerdem habe das Stadtmarketing unter dem Titel „Sagenhafte Weihnachtsbäckerei“ die Sagen des Weihnachtsmarkts samt Backrezepten von Kirchheimern herausgegeben, und eine weitere Mappe der „Kirchheimer Geschichten“ sei für Frühjahr 2013 geplant. Weitere Punkte, die zum Stadtmarketing gehören, sind die neuen Tafeln, die an den verschiedenen Ortseingängen auf die Partnerstädte und die Markttage verweisen. Während es diese Tafeln bereits gibt, wird derzeit noch an weiteren Schildern gearbeitet: Sie sollen bis Frühjahr 2013 dafür sorgen, dass Ortsfremde, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, besser vom Bahnhof in die Innenstadt und wieder zurück geleitet werden.
Zur Unterstützung des Einzelhandels trägt das Stadtmarketing bei, indem die Mitarbeiter an City-Ring-Sitzungen teilnehmen. Außerdem ist das Stadtmarketing mit im Boot, wenn es um Zertifizierungen für das „Service-Siegel“ geht oder um die Aktion „Nette Toilette“. Für Einzelhändler in den Seitenstraßen der Innenstadt soll es künftig Möglichkeiten geben, durch Schilder in den beiden Haupteinkaufsstraßen – Marktstraße und Max-Eyth-Straße – stärker auf sich aufmerksam zu machen.
Das Veranstaltungsmanagement bezieht sich auf Organisation oder auch Mithilfe bei allen möglichen Veranstaltungen in der Innenstadt, die es teilweise schon seit vielen Jahren gibt. Die größte Veranstaltung ist das „Haft- ond Hokafescht“, für das im vergangenen Jahr erstmals ein Festbüro im Max-Eyth-Haus eingerichtet war. Mit dazu gehörten eine Sanitätswache des DRK und Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens, die während des Stadtfests in der Innenstadt unterwegs waren – in enger Absprache des Stadtmarketings mit dem Kirchheimer Ordnungsamt.
Beim Laternenfest gab es Jürgen Schröter zufolge zwei wesentliche Änderungen: Zum einen wurde ein neuer Laufweg gewählt, weil durch die intensive Beleuchtung in der Marktstraße die Laternen der Kinder bislang nicht so richtig zur Geltung gekommen waren. Zum anderen hatte es immer wieder Beschwerden wegen des Feuerwerks gegeben, weil es zu laut war und weil viele Kinder deswegen Angst bekamen. Folglich traten jetzt erstmals Feuerkünstler auf dem Rollschuhplatz auf.
Zum Feuerwerk generell fragte Dr. Christoph Miller im Ausschuss nach, ob sich nicht auch auf die Feuerwerke zum Märzen- und zum Gallusmarkt verzichten lasse, weil es dabei regelmäßig Beschwerden wegen des Lärms gebe. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker verwies auf die Rechtslage, dass ein Feuerwerk vom Veranstalter lediglich angezeigt, nicht aber von einer Behörde genehmigt werden muss. Außerdem sei es ausdrücklicher Wunsch der Schausteller, montagabends um 20 Uhr ein solches Feuerwerk anbieten zu können. Ein Hauptproblem sei der laute Knall am Anfang gewesen. Diesen solle es künftig nicht mehr geben.
Der neue Wollmarkt schließlich hat bei seiner zweiten Auflage im vergangenen Jahr eine Steigerung erfahren. Die Zahl der Marktbeschicker ist von 20 auf 33 gestiegen. Und der Wollwagen von 1841, der für den ersten Markt vor zwei Jahren originalgetreu nachgebaut worden war, hat inzwischen kräftig Werbung gemacht für die Stadt Kirchheim und ihre historische Verbindung zur Wolle. Der Wagen war auf dem Wendlinger Vinzenzifest ebenso vertreten wie bei den Heimattagen in Donaueschingen und beim Volksfestumzug auf dem Cannstatter Wasen.
Der zweijährige Turnus des Wollmarkts auf dem Schlossplatz soll indessen beibehalten werden – im jährlichen Wechsel mit dem Oldtimer-Fliegertreffen auf der Hahnweide. Stadtrat Ralf Gerber freute sich sehr über den großen Erfolg des neuen Kirchheimer Wollmarkts, regte aber trotzdem gewisse Verbesserungen an. So sprach er sich für eine stärkere Verzahnung mit den Einzelhändlern aus, für mehr Werbung – auch in der Zeitung – und für mehr Aufmerksamkeit in der Marktstraße, etwa durch ein Banner oder ein vorgelagertes Schafgatter. Außerdem fragte er nach, ob sich der Termin möglicherweise noch ändern ließe, damit mehr Familien zum Wollmarkt kommen können. Bislang sei der Wollmarkt immer auf das Einschulungswochenende der Erstklässler gefallen.
