Firmen präsentieren sich beim Berufsinformationstag am Bildungszentrum Wühle in Weilheim
Handwerk und Hightech

Was willst Du werden? Eine schwere Frage für junge Menschen. Entscheidungshilfen gab es beim Berufsinformationstag am Weilheimer Bildungszentrum Wühle. Am Samstag präsentierten Firmen aus der Region vielfältige Ausbildungsberufe.

Weilheim. In ein lebendiges Berufsinformationszentrum mit viel Praxis verwandelten die Ausbildungsbetriebe das Schulzentrum für einen Tag. Der Berufsinformationstag bot Schülern Gelegenheit, mit Firmenchefs und Personalleitern zu reden, aber auch, von Auszubildenden selbst zu hören, welche Erfahrungen sie im Beruf gemacht haben.

Vom Hightech-Unternehmen bis zum traditionellen Handwerk warben hier alle um Nachwuchs. Besonders im Bauhandwerk fehlen derzeit Auszubildende. Davon kann auch Norbert Renke ein Lied singen. Im eigenen Unternehmen hat der Lehrlingswart für Esslingen-Nürtingen zwar noch keine Probleme, doch kreisweit sind es gerade einmal 13 junge Menschen, die am Bau eine Ausbildung begonnen haben. Dabei eröffnet eine Lehre viele Möglichkeiten. „Du kannst später als Bauleiter oder Polier arbeiten. Im Berufskolleg hast Du außerdem die Möglichkeit, deine Fachhochschulreife zu machen“, erklärt er den Schülern. Die Mädels, denen er den Hammer in die Hand drückt, schauen aber skeptisch.

Viele Mädchen hingegen hat Michael Hebel heute schon am Infostand begrüßt. Der Schornsteinfeger ist in Tracht gekommen, Zylinder inklusive. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Beruf des Schornsteinfegers heute sehr technisch ist. Trotzdem, sagt Hebel, steht die Branche auch Hauptschülern offen: „Es sollte aber ein guter Abschluss sein.“ Er hofft, dass sich einige der interessierten Schüler zu einer Ausbildung als Schornsteinfeger entschließen. Ebenso wie in vielen anderen Berufen bietet der Beruf gute Grundlagen, um an der Hochschule oder über Weiterbildung in anderen Berufszweigen Karriere zu machen – als Brandschutztechniker, Energieberater oder Fachplaner.

Auch der Stand der Polizei von Einstellungsberater Michael Schaal ist umlagert. Der Polizist kommt kaum dazu, alle Fragen zu beantworten. Schönfärberei gibt es bei ihm nicht, wenn er von der Ausbildungszeit spricht. Hartes Training gehöre eben dazu, um im Einsatz bestehen zu können, sagt er klipp und klar.

Frieder Ratzel vom gleichnamigen Autohaus ist derzeit um ausreichenden Nachwuchs nicht besorgt. „Man muss sich drum kümmern“, ist seine Devise. Großes Interesse verzeichnet auch Stefan Jäck. Der Bestatter gewährte Einblicke in sein Metier und stand zusammen mit seiner Mitarbeiterin Stephanie Tiefentäler geduldig Rede und Antwort. „Unter 18 geht nichts“, zieht er klare Grenzen. Zum einen ist der Führerschein eine der Grundvoraussetzungen, doch auch menschlich sollte ein Bewerber schon ein wenig gereift sein.

Rolf Wahl vom Forstamt Göppingen hat für die angehenden Berufsanfänger einen ganz grundlegenden Tipp: „Macht ein Praktikum, das ist immer gut. Schließlich muss man 40, 45 Jahre in dem Beruf arbeiten.“