Kirchheim. Eberhard Haußmann, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbandes im Landkreis, betonte im Beisein von Ingrid Riedl, Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim und Beatrice Lackner von der Sozial- und Lebensberatung des Diakonieverbandes, dass immer mehr Menschen Hilfe und Beratung in schwierigen Lebenssituationen suchen und im zentralen Angebot des kirchlichen Grunddienstes der Diakonieverbände finden.
500 000 Euro stehen jährlich aus Kirchensteuermitteln für die Personalkosten der auf die fünf Standorte Bernhausen, Esslingen, Kirchheim, Nürtingen und Plochingen verteilten in Teilzeit tätigen elf Mitarbeitern zur Verfügung. Bei der Gewährung von Überbrückungsmaßnahmen in Notsituationen ist der Verband dringend auf Spenden angewiesen.
Wie wichtig es ist, den Blickwinkel nicht zu verengen, sondern mit den Menschen an eine Lösung ihrer Probleme heranzugehen, erleben Ingrid Riedl und Beatrice Lachner bei ihrer Sozial- und Lebensberatung täglich aufs Neue. War es vor zehn bis fünfzehn Jahren noch möglich, Betroffene auch einmal in ihrem persönlichen Umfeld aufzusuchen und sich ein persönliches Bild ihrer Lebensumstände zu machen, werde es heute immer schwieriger, ganzheitliche Lösungen zu finden, die gleichzeitig teilweise gar nicht ausgesprochene Probleme verringern können.
Dabei ist nicht nur die konkrete Zahl der Hilfesuchenden eklatant angestiegen. Da die Probleme Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen sind und individuelle Betreuung erfordern, hofft Eberhard Haußmann, dass die Zahl der Stellen gehalten werden kann. Keinen Zweifel hat er, dass die Anfragen weiter steigen werden. Immer wichtiger sei es daher, nachhaltige Hilfe anzubieten und vor allem auch den betroffenen Personengruppen einen möglichst unkomplizierten Zugang zu Bildung zu ermöglichen.
Die aktuell am Tag der Arbeit erhobene Forderung existenzsichernder Löhne hat für den Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbandes große Bedeutung. Ein wesentlicher Aspekt der konfessionsübergreifenden diakonischen Arbeit mit dem Ziel, bedrängten Menschen zu helfen, ist daher auch die Förderung der diakonischen Arbeit in den Kirchengemeinden und eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit.
Dass eine Diakonische Bezirksstelle dabei immer ganz in der Nähe ist und die Mitarbeiter jederzeit ansprechbar sind, hat hier große Bedeutung. Wichtig ist daher, dass Menschen in Not das niederschwellige Angebot annehmen. Auch wenn die meisten betroffenen Personen von sich aus Kontakt zur Diakonischen Bezirksstelle suchen, erfolgt dieser Schritt oft erst dann, wenn der Leidensdruck schon viel zu groß ist und die Alltagsprobleme oft nur sehr schwierig wieder ins Lot gebracht werden können.
Oft wird Betroffenen schon frühzeitig von Angehörigen und Bekannten oder auch Fachdiensten ein Besuch der wichtigen Anlaufstelle in Sachen Sozial- und Lebensberatung in der Diakonischen Bezirksstelle in der Alleenstraße 74 ans Herz gelegt.
