Kurzweiliger Gemeindefilmabend in der Schlossberghalle Dettingen – Zahlreiche preisgekrönte Streifen
Hochburg des Amateurfilms

Dettingen. Kreativ, informativ und unterhaltsam, die bewegten Bilder des Film Clubs Teck (FCT) können sich sehen lassen. Wer so viele Filmemacher-Talente unter einem Dach vereint, der wird auch belohnt. Auszeichnungen beim Landes- und beim Bundesfilmfestival sowie auf


regionaler Ebene konnten die Wettbewerbsautoren des FCT im Jahr 2011 einheimsen. Für Lutz Schulze vom FCT ein „überdurchschnittlich positives Jahr für den Club“. Darüber freute sich auch der „Schultes“ Rainer Haußmann, der die zahlreich erschienenen Besucher des 13. Gemeindefilmabends auf das Herzlichste begrüßte.

Dokumentationen, Reisefilme, Lokalchroniken, Videoclips, Musikvideos, die filmische Palette der nicht kommerziellen Filmemacher ist so vielfältig wie die jeweiligen Gestaltungsmöglichkeiten. Mit ausgeklügeltem Filmschnitt, dem passenden Sound, mit Großaufnahmen, Zeitraffer und raffinierter Animationstechnik werden die heutigen Videos überwiegend in HDTV-Technik (hochauflösend, digital) gedreht. Somit unterscheidet sich das Equipment der sogenannten Hobby-Filmer kaum von dem, was die Filmprofis als Handwerkszeug einsetzen.

Ein kurzweiliger Filmabend, der das Publikum auf eine spannende und informative Reise vom Club Bastion bis in den Orient führte. Autor Eberhard Halder begleitete Dettinger Kids im Rahmen des Kinderferienprogramms in den Urweltsteinbruch nach Holzmaden.

Urgesteine ganz anderer Art zeigte Ehrentraut Albrecht in ihrem Film „Sha lala-li“. The Rattles, die Dinos der deutschen Rockgeschichte, beim Konzert im Club Bastion. Passend dazu gesellten sich die „3 Opas in Skogsro“ von Lutz Schulze. Eine gesellige Männerrunde, die mit flotten Sprüchen auf den Lippen den Urlaub in einem schwedischen Ferienhaus in vollen Zügen genießt.

Die preisgekrönte Reportage „333 – alles vorbei?“ von Barbara und Hartmut Ibsch erinnert im Titel an die berühmte Schlacht der beiden Kriegsherren Alexander der Große und Dareios III. und bei Schülern freilich an die ebenso berühmte Eselsbrücke „333 bei Issus Keilerei“. Die eindrucksvolle Reportage ist allerdings mehr als nur ein geschichtlicher Datencheck. Entführte sie doch die Zuschauer nach Isfahan. Isfahan ist lebendiger Orient und eine der schönsten und authentischsten Städte der Welt.

Der Film beeindruckt nicht nur durch die architektonische Baukunst der Perser, sondern durch den fein austarierten Kommentartext, in dem die persische Geschichte der iranischen Gegenwart gegenübergestellt wird. Dabei wird das Fazit gezogen, „dass die Menschen im Iran anders sind als das sie beherrschende Regime unter dem Schutz der Theokratie.“

Weniger ist mehr – das bewiesen Barbara und Hartmut Ibsch in einem weiteren Beitrag mit dem Videoclip „Runder Rost“. Ein wahrer filmischer Knaller, denn nur innerhalb einer Minute wird das handwerkliche Geschick gezeigt, das notwendig ist, um eine Kugel aus Metall entstehen lassen zu können. Dabei wurde der schnelle Schnitt auf eine am PC selbst „komponierte“ Musik abgestimmt. Wie bemerkte doch der Moderator Lutz Schulze so treffend: „Ein Kurzfilm ist ein Film, an dem man lange arbeiten muss, bis er kurz ist“.

Mit Preisen versehen auch der Film von Peter Markotschi „DiMiDo“. Ein Film um ein historisches Karussell, welches von seinem Besitzer, einem Architekten, als Hobby liebevoll gepflegt wird.

Peter Markotschi hat den peniblen und schwierigen Aufbau der Jahrmarktattraktion in Schorndorf filmisch aufbereitet. Allerdings endet der Film bedrückend, „DiMiDo“ ist einem Brandanschlag zum Opfer gefallen und wird nie wieder Kinder erfreuen können.

Mit Festival-Preisen ausgezeichnet auch der Beitrag von Josef Pettinger „Bizarres Kapadokien“, ein rundum gelungener Film mit märchenhaften Bildern aus dem Herzen Anatoliens.

Ein sehr ansprechender und vielseitiger Filmabend in der Schlossberghalle, der einmal mehr bewies, dass Filmemachen nicht allein die Sache von Profis sein muss.