2 662 Einsatzstunden bewältigte die Freiwillige Feuerwehr Lenningen im vergangenen Jahr. So viele wie noch nie. Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung in Gutenberg stand am vergangenen Freitag die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeugs und die Nachwuchsgewinnung.
Daniela Haussmann
Lenningen. Das Hochwasser, das 2013 über Lenningen hereinbrach, hielt die Floriansjünger in der Zeit vom 31. Mai bis zum 4. Juni auf Trab. Bürgermeister Michael Schlecht betonte, dass ihre Hilfe nachhaltig dazu beitragen hat, größere Schäden zu verhindern. Michael Schlecht bedankte sich für das tagelange Engagement, in dessen Rahmen die Kameraden 1 503 Einsatzstunden ableisteten. „Das ist aller Ehren wert“, so Schlecht. Rund 4 200 Sandsäcke hatten die Feuerwehrleute laut Michael Eberle entlang der Lauter verteilt. „Die Überflutung naheliegender Häuser konnte so verhindert werden“, sagte er.
Weit weniger schlimm sei das Hagelunterwetter ausgefallen, das am 28. Juli 2013 in den Landkreisen Reutlingen, Esslingen und Tübingen schwere Schäden anrichtete. „Unsere Gemeinde ist hier mit einem blauen Auge davongekommen“, berichtete der Kommandant. „Dettingen hatte nicht so viel Glück. Deshalb leisteten wir dort Überlandhilfe.“ Insgesamt entfielen damit auf die Bewältigung der Folgen des Hagelunwetters 177 Einsatzstunden. In lebhafter Erinnerung war auch der Brand im Spänesilo einer Zimmerei in Unterlenningen. Der Speicher musste Michael Eberle zufolge vollständig ausgeräumt werden, damit die Glutnester erfolgreich gelöscht werden konnten.
In Schopfloch war die Lenninger Wehr im abgelaufenen Einsatzjahr auch zu einem Scheunenbrand gerufen worden, den sie mit 45 Mann bekämpfte. Im Oktober war die Feuerwehr zu einem Moorbrand ausgerückt, der sich ebenfalls in Schopfloch ereignet hatte. Durch die zeitnahe Alarmierung und die schnelle Reaktion der Feuerwehr konnte der Brand rasch unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden.
Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Lenningen ging in der Schlossberghalle auch darauf ein, dass für alle Feuerwehren eine neue Bekleidung eingeführt wird. Demnach handelt sich um eine Dienstbekleidung, die bei Arbeitseinsätzen an Fahrzeugen, im Gerätehaus oder bei Schulungen getragen werden wird. „Damit soll verhindert werden, dass die wesentlich teurere Einsatzkleidung bei regelmäßigen Routinearbeiten kaputt geht“, so Eberle. Darüber hinaus sollen auch die hochwertigen Feuerwehruniformen durch ein neues Modell ersetzt werden, das rund 250 Euro kosten soll. Michael Schlecht erklärte in diesem Zusammenhang, dass er diese Finanzmittel lieber in die technische Ausstattung der Feuerwehr investieren würde. Ähnlich sah es Michael Eberle: „Wir werden hier erst einmal abwarten und dann zu gegebener Zeit diese Anschaffung tätigen.“
Im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat grünes Licht für die Beschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs für die Abteilung Schopfloch gegeben. Ob das Fahrzeug, das rund 260 000 Euro kostet und für das die Kommune einen Zuschuss von 46 000 Euro vom Land erhält, noch in diesem Jahr ausgeliefert wird, konnte Bürgermeister Schlecht noch nicht sagen. In seiner Rede bedankte sich der Lenninger Rathauschef für das herausragende Engagement der Feuerwehrleute, die 2013 im Durchschnitt 25 Stunden und 36 Minuten pro Mann im Einsatz verbrachten. Er lobte auch die sehr gute Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren. Er berichtete auch, dass die Verwaltung mit Zustimmung des Gemeinderates zusätzlich 30 000 Euro für die Feuerwehr im Haushalt eingestellt habe. „Das wird es natürlich nicht jedes Jahr geben, aber ich denke, dass daran deutlich wird, dass Gemeinderat und Verwaltung hinter der Feuerwehr stehen“, sagte das Verwaltungsoberhaupt.
Bernhard Dittrich machte in seiner Rede deutlich, dass die Freiwillige Feuerwehr Lenningen mit 111 Mitgliedern in der Einsatzabteilung sehr gut aufgestellt ist. Beeindruckt zeigte sich der Kreisbrandmeister von 35 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr. „In Schopfloch stehen den 17 Mitgliedern in der Einsatzabteilung 13 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr gegenüber“, sagte er. „Ich finde, dass das ein hervorragendes Ergebnis ist, das mit der Nachwuchsarbeit erzielt worden ist.“ Clemens Löw berichtete, dass die Deutsche Jugendfeuerwehr im vergangenen Jahr von der Deutschen Nationalstiftung aufgrund der hervorragenden Integrationsarbeit, die in ihr geleistet wird, mit dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet wurde. „Daran wird deutlich, dass wir jungen Menschen wichtige Lebensinhalte und Kompetenzen, wie Teamfähigkeit oder Verantwortungsbewusstsein, auf den Weg geben und so eine wertvolle Arbeit leisten“, sagte der Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Lenningen.
Bei der Hauptversammlung wurden Martin Vollmer und Elmar Hink für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Wolfgang Holder von der Altersabteilung erhielt eine Ehrung für 50 Jahre Feuerwehrdienst. Für 60 Jahre Feuerwehrdienst und treuer Verbundenheit wurden auch Walter Allgayer und Gerhard Hirning von der Altersabteilung geehrt. Jochen Mendl der 2013 zum Kommandanten der Abteilung Lenningen ernannt wurde, wurde bei der Versammlung zum Brandmeister befördert. Der Schopflocher Abteilungskommandant Ralf Kächele wurde aus seinem Amt verabschiedet.
