Kirchheim. Partystimmung allenthalben schon am Samstagabend, nachdem Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker in ihrer Eigenschaft als Kirchheimer Stadtoberhaupt das Fest mit dem traditionellen Fassanstich eröffnet hatte. Ob auf der Bühne am Marktplatz, im Marstallgarten, vor dem Rathaus, auf dem Rollschuhplatz (über das Open-Air-Festival berichten wir in der morgigen Ausgabe separat) oder an einem von vielen Ständen der Kirchheimer Vereine und Organisationen – die Stadt und ihre Besucher zeigten sich im besten Festgewand beziehungsweise in ebensolcher Feierlaune.
Nach einer kurzen Nacht ging das Haft- ond Hokafescht am frühen Sonntagmorgen weiter: Lange bevor sich die Kirchgänger auf den Weg zum ökumenischen Stadtfestgottesdienst in der Martinskirche machten, hatte in der südöstlichen Innenstadt bereits das emsigste Treiben begonnen.
Der traditionelle Kinderflohmarkt lockte nicht nur Händler, sondern auch Käufer in Scharen – und das bereits zu früher Stunde. Viele Eltern unterstützten ihre Kinder beim Verkauf der Dinge, die zu Hause nicht mehr benötigt werden, die aber vielleicht anderen noch eine Freude machen können. Und selbst bei der Bestückung der Warentische oder der am Boden ausgebreiteten Warendecken haben Eltern mitunter kräftig mitgeholfen, denn längst nicht alles, was da verkauft werden sollte, wirkte so, als käme es direkt aus dem Kinderzimmer. Aber das emsige Handeltreiben sorgte doch für allgemeines Vergnügen, und erst als am Nachmittag die Sonne höher am Himmel stand und als sich schon gewisse Lücken auf dem Flohmarkt bemerkbar machten, wirkten auch die kleinen wie die großen Händler leicht ermüdet.
Die Plätze, auf denen das Kirchheimer Stadtfest am Sonntag seinen Fortgang nahm, erweiterten sich vor allem um den Martinskirchplatz. Zwischen Martinskirche und Kornhaus etablierte sich ein zweiter großer Unterhaltungsschwerpunkt des Haft- ond Hokafeschts – außer dem Marktplatz eben.
Sicht- und hörbar wechselten sich verschiedene Musikensembles der Stadtkapelle sowie die Bläserklasse der Freihof-Realschule und „Willis Blasmusik“ mit Taiko-Trommlern und historischen Dampfungetümen ab, um den Martinskirchplatz zu beschallen. Was dabei als Musik und was als Geräusch empfunden werden konnte, hängt sicherlich von den Vorlieben des einzelnen Zuhörers ab.
Nachdem die Turmbläser vom Rathausturm verkündet hatten, dass es elf Uhr geschlagen hat, begann auf dem Marktplatz das Weißwurstfrühstück mit den „Original Doppelradler Musikanten“. Weitaus beschaulicher ging es dagegen beim mittelalterlichen Lagerleben zu. Der Marstallgarten bot die ideale Voraussetzung, um sich – an drei Seiten eingerahmt von Schloss, Stadtbefestigungsmauer und Marstall – tatsächlich um Jahrhunderte zurückversetzt vorzukommen. Verständlich, dass da noch mit Pfeil und Bogen geschossen werden musste, und längst noch nicht mit Schwarzpulver und Kugeln aus Feuerwaffen.
Kinder fanden unter anderem auf dem Schlossplatz das passende Angebot in Form einer Spielstraße, aber auch beim Ponyreiten auf dem Rossmarkt und an den vielen Ständen, an denen sich fast 50 verschiedene Kirchheimer Vereine präsentierten. Die Vereine zeigten einen Ausschnitt dessen, was es in Kirchheim an vielfältigen kulturellen, musikalischen oder sportlichen Aktivitäten gibt.
Das 34. Haft- ond Hokafescht hatte im Vorfeld „internationale Speisen, schwäbische Küche, coole Drinks, feine Kuchen, spannende Showacts, lustiges Kinderprogramm, fetzige Musik, Tanzen unter freiem Himmel, Freunde treffen“ sowie „Spaß für die ganze Familie“ versprochen. Dass es diese Versprechen auch gehalten hat, davon kann man sich noch nachträglich auf der Bilderseite links oder in der Bildergalerie unter www.teckbote.de überzeugen.
