Kirchheim. „Wir wollen einen möglichst breiten Blick in die Zukunft werfen und erhoffen uns davon Denkanstöße, die auch in Bürgerbeteiligungen einfließen“, fasst Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker die Ziele des Zukunftsdialogs 2013 zusammen. Drei hochkarätige Referenten geben im Henninger-Saal, den die Kreissparkasse kostenlos zur Verfügung stellt, Impulse zu gesellschaftspolitischen Themen. Den Auftakt macht schon am kommenden Montag, 4. März, einer der wichtigsten Zukunftsexperten Europas, Lars Thomsen. Er gilt als kreativer und provokanter Vor- und Querdenker und als Impulsgeber für Fragen der aktiven Zukunftsplanung.
Der Konsumwandel wie auch sich verändernde Wertemuster stehen im Vortrag von Trendforscher Klaus Kofler am Montag, 13. Mai, im Mittelpunkt. Der Lehrbeauftragte und Autor für Innovations- und Zukunftsforschung ist für informative „Zeitreisen“ bekannt, wobei er die Gegenwart nie aus den Augen verliert. „Viel Verkehr für wenig Mobilität oder viel Mobilität mit wenig Verkehr? Was wollen wir wirklich?“ lautet eine der Fragestellungen, mit denen sich der Mobilitätsexperte Professor Dr. Udo Jürgen Becker vom Lehrstuhl für Verkehrsökologie der TU Dresden zum Abschluss der Reihe befasst. Er präsentiert am 5. Juni Lösungen für die Mobilität der Zukunft.
Alle Themen sind eng mit aktuellen Entwicklungen in der Stadt verzahnt, speziell das Thema Verkehr bewegt derzeit auch den Gemeinderat. Eine fachkundige Runde wird in den nächsten Wochen in Klausur gehen und sich Gedanken machen zur Verkehrssteuerung in Kirchheim. Doch auch die anderen Themen sind von großer Relevanz für jedermann. „Man kann von einem Vortrag zum anderen etwas mitnehmen“, freut sich Irmela Gaber von „Frauen unternehmen“ auf den spannenden Themendreiklang im Zukunftsdialog. Jochen Nägele vom City Ring setzt auf konkrete Impulse, wie die Stadt für die nächsten zehn bis 15 Jahre ausgerichtet werden kann. Bettina Schmauder vom BdS wiederum betont, dass sich die Unternehmerschaft klar als Bestandteil der Stadt fühlt und somit gemeinsam mit allen anderen Akteuren und Bürgern in Sachen Zukunft an einem Strang ziehen will.
Eine Botschaft des ansprechenden Themenreigens ist zweifellos, dass in Kirchheim Wirtschaftsförderung auch ohne eine entsprechende Institution in intensiver Weise betrieben wird. „Das Signal ist: Wir machen das gemeinsam“, sagt die Stadtchefin. Die Impulse sollen dann in den Wirtschaftsbeirat getragen werden und schließlich in Aufgaben münden, die der Gemeinderat bewältigt.
Zunächst aber hofft die Stadt auf großes Interesse am Zukunftsdialog, den man sich ja auch eine Stange kosten lässt, wie der Blick auf die hochkarätigen Referenten belegt. Für die Bürger wiederum sind die Veranstaltungen umsonst: Jeder ist herzlich willkommen, sich von den Zukunftsfachleuten inspirieren zu lassen. Gute Erfahrungen hat man in der Stadt schon vor einigen Jahren gemacht mit einem ersten Zukunftsdialog, der Früchte in diversen Stadtentwicklungsplanungen getragen hat. Auch jetzt hoffen die Initiatoren auf Impulse, sowohl für den Einzelnen als auch für die Allgemeinheit.
Eine sinnvolle Weichenstellung für die kommenden Jahre ist in Zeiten ständiger Innovationen besonders wichtig. An sich jedoch ist die Erkenntnis nicht neu. Nicht umsonst ist dem Flyer, der für den Zukunftsdialog wirbt, ein Zitat des antiken Staatsmannes Perikles vorangestellt: „Es ist nicht unsere Aufgabe, die Zukunft vorauszusagen, sondern auf sie gut vorbereitet zu sein.“
Die drei Vorträge unter dem Dach des Zukunftsdialoges 2013 finden alle im Henninger-Saal der Kreissparkasse, Alleenstraße 160, statt und beginnen um 19 Uhr.
– Am 4. März gibt Zukunftsforscher Lars Thomsen einen allgemeinen Ausblick in die Zukunft.
– Am 13. Mai geht Trendforscher Klaus Kofler auf den Wandel des Konsums ein.
– Am 5. Juni geht der Verkehrsökologe Professor Becker auf den Wandel der Mobilität ein.
