Karl Zimmermann (CDU) und Andreas Schwarz (Grüne) zum Thema Windkraft im Landkreis
„In Kernzonen sind Windräder tabu“

Die grün-rote Landesregierung treibt den Ausbau der Windkraft voran – auch auf der Schwäbischen Alb. Der Teckbote hat mit den Landtagsabgeordneten über Standorte, Ausschlusskriterien und ­Naturschutz gesprochen. Die wichtigsten Fakten und ­Positio­nen in Kürze.

Welche Rolle kann die Windkraft im Land spielen?

Andreas Schwarz sieht in der Windkraft hingegen eine Chance für die Energiewende und für Wertschöpfung in der Region. Windräder seien auch auf dem Binnenland nötig, so spare man sich viele neue Stromtrassen. Die Gefahr des Wildwuchses besteht seiner Meinung nach nicht. Potenziale für Energieerzeugung aus Windkraft gebe es schließlich nicht überall, sondern vor allem im Bereich der Ostalb, des Schwarzwaldes und der südlichen Schwäbischen Alb. Prinzipiell lässt der Grünen-Abgeordnete rein ästhetische Argumente nicht gelten. „Mir ist es lieber, auf ein Windrad zu schauen, als dass ich noch mehr Kohlenstoffdioxid einatme“, sagt Andreas Schwarz.

Wo dürfen Windräder künftig gebaut werden, wo sind sie ausgeschlossen?

Welche Standorte kommen im Landkreis Esslingen infrage?

Andreas Schwarz hingegen spricht sich für den Bau von Windkraftanlagen im Kreis Esslingen aus. Beispielsweise kann er sich ein Windrad auf der Deponie Weißer Stein in Plochingen vorstellen. Auch andere Gebiete des Schurwalds erscheinen ihm erfolgsversprechend, weil dort laut Windatlas genügend Wind weht und außerdem keine natur- oder artenschutzrechtliche Belange entgegenstehen. Standorte auf der Schwäbischen Alb schließt Andreas Schwarz nicht aus, benennt sie aber auch nicht konkret. Bevor nicht abschließend untersucht sei, wo welche Tier- oder Pflanzenarten durch Windkraftanlagen gefährdet seien, könne er keine Aussage treffen.

 

Wie viele Windräder müssten gebaut werden, um zehn Prozent des Strombedarfs zu decken?

„Wir streben ein Jahresmittel von zehn Prozent an“, sagt Andreas Schwarz. Um das Problem der Schwankungen zu lösen, müsse man sich verstärkt mit den Themen Energiespeicherung und intelligente Netze beschäftigen. Wie viele Anlagen gebaut werden müssten, um zehn Prozent des Strombedarfs zu decken, hänge davon ab, wo die Anlagen ins­talliert werden, wie stark der Wind dort weht und wie hoch die Anlagen sind. Je höher eine Anlage, desto mehr Strom könne sie produzieren.