Andreas Schwarz sieht im Kreis Esslingen große Windkraftpotenziale auf dem Schwurwald
„In Vogelschutzgebieten ist Windkraft tabu“

Natur- und Vogelschutzgebiete wie der Breitenstein oder das Randecker Maar sind für den Kirchheimer Grünen-Landtagsabgeordneten Andreas Schwarz für die Windkraftnutzung tabu. Gleichwohl sieht Schwarz im Kreis attraktive Standorte für Windräder: etwa auf dem Schurwald.

Kirchheim. Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg haben sich zum Ziel genommen, die Stromproduktion aus der Windenergie auszubauen und damit die Energiewende voranzubringen. Bis 2020 sollen rund zehn Prozent der benötigten Energie aus heimischer Windkraft stammen.

„Dabei werden die Belange des Vogelschutzes und des Naturschutzes berücksichtigt“, betont Andreas Schwarz in einer Pressemitteilung. „Attraktive Standorte mit hoher Windhöffigkeit gibt es auch im Wahlkreis Kirchheim.“ Dabei kommen Standorte am Rande der Schwäbischen Alb, am Breitenstein und am Randecker Maar aus Vogelschutzgründen für Schwarz nicht in Betracht. Eine hohe Windhöffigkeit sei auf dem Schurwald gegeben, was diesen Standort attraktiv mache.

Neben der Energieeinsparung und der Energieeffizienz sei der Ausbau der erneuerbaren Energien von entscheidender Bedeutung, um die Ener­giewende zu schaffen. Um lange Leitungs- und Trassenbauten zu vermeiden, sei eine dezentrale Energieversorgung sowohl in der Strom- als auch in der Wärmeproduktion wichtig. Dabei spiele die Windenergie in Baden-Württemberg eine wichtige Rolle. Bisher betrage der Anteil der Windenergie am Energiemix unter ein Prozent. „Wir werden den Ausbau der Windkraft natur- und landschaftsverträglich und mit Bürgerbeteiligung vorantreiben“ stellt Andreas Schwarz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, klar. „Gerade für die im Windatlas mit hoher Wirkung vorgesehenen Gebiete im Landkreis Esslingen ist das behutsame Vorgehen der Landesregierung das richtige“.

Schwarz informierte sich bei Wulf Gatter vom Naturschutzbund und besuchte die Forschungsstation Randecker Maar. Laut Windatlas wären einige Standorte am Albtrauf ebenso wie auf der Schwäbische Alb und dem Albvorland für eine wirtschaftliche Nutzung der Windenergie geeignet. „Trotzdem wird es an den Stellen keine Windräder geben, an denen Aspekte des Vogel- und Naturschutzes entgegenstehen,“ führt Andreas Schwarz aus, „denn in Natur- und Vogelschutzgebieten ist die Windkraftnutzung ebenso tabu, wie in und in der Nähe von Wohnsiedlungen“.

Mit der windkraftfreundlichen Novellierung des Landesplanungsgesetzes werde die bisherige Diskriminierung der Windenergie im Lande beendet. „In unserer dicht besiedelten Region wird es trotzdem attraktive Standorte geben, an denen landschaftsverträgliche Windkraftnutzung möglich ist“, so Schwarz weiter.

„Eine Verspargelung unserer Landschaft wird es nicht geben“, ist sich Schwarz sicher, „nennenswerte Windkraftpotenziale, denen kein Schutzgebiet entgegensteht, sehe ich beispielsweise auf dem Schurwald“.

Er begrüßt es, dass die Landkreisverwaltung in Sachen Windenergie aktiv geworden ist und prüft, wo sich Windkraftanlagen im Landkreis betreiben lassen. Ein möglicher Standort könnte die Deponie Weißer Stein sein. Er könne sich auch gut vorstellen, dass der kreiseigene Abfallwirtschaftsbetrieb als Betreiber auftritt. „Wir werden die möglichen Wind­energiestandorte von Anfang an mit der Bevölkerung diskutieren und nicht über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg festlegen“, macht Schwarz klar. pm