Kreis Esslingen. Blechbläser in der Fabrik, das passt, fand Landrat Heinz Eininger. So eröffnete das Ensemble der Musikschule Köngen-Wendlingen die Zeremonie in der Halle des Gewinners von 2011, Almig Kompressoren Köngen. Deren Geschäftsführer Thomas Plach berichtete von europaweiter Resonanz auf den Preis und verriet den versammelten Firmenchefs, wie Almig innovativ bleibe: „Wir hören gut zu - bei den Kunden und bei unseren Mitarbeitern.“ Das funktioniert offenbar bei vielen Unternehmen im Kreis. In einer Studie der Prognos AG zu Zukunftschancen sei der Kreis Esslingen in sechs Jahren von Rang 68 auf Rang 25 geklettert, freute sich der Landrat. „Wir sind auf dem Weg zur Spitze.“46 Firmen aus dem Kreis trauten sich beim Innovationspreis zu, vorne mitzumischen. Elf Finalisten wählte die Jury aus. Sie präsentierten sich in Köngen. Das Preisgeld von 30 000 Euro ging zur Hälfte an den Sieger Cetics, den Rest teilten sich drei Zweitplatzierte: IT-Designers aus Esslingen, Stiefelmayer-Lasertechnik aus Denkendorf und Robomotion aus Leinfelden-Echterdingen.
Den Roboterhersteller nannte IHK-Geschäftsführerin Hilde Cost ein Paradebeispiel, wie aus der Wissenschaft heraus - dem Fraunhofer-Institut - Unternehmen gegründet werden. Mit dem Preis wurde nicht nur der Robotergreifer für die Verpackungsindustrie belohnt, sondern auch dessen Herstellung mit einem 3-D-Drucker, genau gesagt mit Lasersinter-Technik.Lasertechnik ist auch die Domäne der Firma Stiefelmayer. Laudator Eberhard Müller vom Elektromotorenhersteller AMK zeigte sich begeistert von der weltweit ersten Laserschneidmaschine mit Carbonbauteilen. Sie ermögliche die kostengünstige Produktion von Kleinserien.
Dass ein Computer-Netzwerk im Standby gar keinen Strom mehr benötigt, beeindruckte Laudator Heinz Fohrer, Vorsitzender der Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis. Möglich ist dies mit dem Zewin-System der IT-Designers GmbH.Als „Innovation par excellence“ würdigte Burkhard Wittmacher, Vorstand der Kreissparkasse, das Spektroskopie-Messgerät von Cetics. Es ermögliche eine schnellere Diagnose und eröffne neue Wege für eine individuelle Therapie. Geschäftsführer Wolfgang Hock hat nur fünf Mitarbeiter um sich geschart, sieht jedoch Potenzial für 40 oder mehr. Als „Übermorgenmacher“ angekündigt, warf Wilhelm Bauer vom Fraunhofer-Institut einen optimistischen Blick auf die „Arbeits- und Produktwelt von morgen“. Die Technologie ermögliche älteren Menschen länger zu arbeiten. Jungen Menschen müssten die Firmen mehr Freiheiten anbieten, bei der Arbeitszeit und den Kommunikationsmitteln. Der Fahrzeugbau in der Region habe eine Zukunft, wenn er seine Innovationskraft auf alle Antriebsarten ausbreite. Dazu sei eine kommunikationsbetonte Produktion nötig: Maschinen seien vernetzt und jeder Arbeiter könne die Information per Smartphone abrufen. Diese vierte industrielle Revolution könne die Arbeitswelt menschengerechter machen.
1. Preis: Cetics Healthcare Technologies Esslingen. Ihr Speccs Analyzer ermittelt mit Infrarot-Spektroskopie mehr als 100 Blutwerte - und das aus einem Blutstropfen in zwei Minuten. Charakteristische Muster im Spektrum zeigen zudem Krankheiten auf. In Kliniken wird das Gerät bereits angewandt. Es ermöglicht dem Arzt schnelle Diagnose und liefert noch während eines Eingriffs wichtige Daten.
2. Preis: IT-Designers Esslingen. Das Zewin-System - Software plus Vorschaltgerät - trennt elektrische Geräte automatisch vom Netz und hält sie dennoch verfügbar, ohne ein Watt Strom zu verbrauchen.
2. Preis: Stiefelmayer Lasertechnik Denkendorf: Der EffectiveS schneidet Stahl, Alu und Kupfer rasant und präzis. Leichte Carbonteile ermöglichen dies. Die Schwingungen werden mit einer Granitbasis gedämpft.
2. Preis: Robomotion Leinf.-Echterdingen: Ihr Robotergreifer platziert verpackte Waren optimal in einer Umverpackung. Das Volumen wird um bis zu 20 Prozent reduziert - Ressourcen werden geschont.