Weilheimer Infrastruktur muss in den kommenden Jahren auf Vordermann gebracht werden
Investitionsbedarf in Millionenhöhe

Mit einem Paukenschlag eröffnete Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle am Dienstag die Gemeinderatssitzung: Zur Instandsetzung von städtischen Gebäuden und Straßen wird die Stadt bis 2020 voraussichtlich gut 18 Millionen Euro aufwenden müssen.

Weilheim. Das aktualisierte Modernisierungskonzept listet unter der Rubrik Hochbau allein 60 Gebäude auf, die in irgendeiner Form instand gesetzt werden müssen. Bei dem Papier handle es sich um eine technische Planung, betonte Züfle. In welcher Reihenfolge die Sanierungen angegangen werden, soll jeweils im Rahmen der Haushaltsplanberatungen festgezurrt werden.

Der Rathauschef griff eine gute Handvoll an städtischen Gebäuden heraus, bei denen die Verwaltung meist erheblichen Sanierungsbedarf festgestellt hat: So nannte er beispielsweise die Limburg-Grundschule samt zugehöriger Turnhalle. Dort müssten unter anderem Leuchten erneuert sowie Parkettböden und die Heizung saniert werden. Am Kindergarten Egelsberg seien Arbeiten wie eine Dachsanierung und eine Fassadendämmung notwendig.

Während die genannten Investitionen laut Modernisierungskonzept überwiegend in den Jahren 2014 bis 2020 angegangen werden sollen, sieht das Papier vor, beispielsweise die Flachdachsanierung der Sporthalle Wühle und den Glasaustausch der Fenster für insgesamt 300 000 Euro im kommenden Jahr zu schultern. Limburghalle samt Lehrschwimmbecken wiederum stehen schwerpunktmäßig in den Jahren 2016 bis 2020 auf der Agenda. Allein dieses Projekt taxierte Züfle auf drei bis vier Millionen Euro. „Viele technische Dinge hängen hier voneinander ab.“ Hallenboden und Lüftungsanlage beispielsweise müssten in einem Aufwasch erledigt werden.

Alles in allem beläuft sich die Summe, die gemäß Modernisierungskonzept in den kommenden acht Jahren im Hochbau gestemmt werden muss, auf rund 9,2 Millionen Euro. Auf annähernd den gleichen Betrag summieren sich die Kosten bei der Straßenunterhaltung des 41,3 Kilometer langen städtischen Netzes. Teilweise werden die Investitionen jedoch über die Eigenbetriebe Wasser und Abwasser abgerechnet. Um das Konzept komplett umzusetzen, geht Züfle im kameralen Haushalt durchschnittlich von jährlichen Investitionen in Höhe von 1,6 Millionen Euro aus.

„Ich fürchte, wir werden noch manch unbequeme Entscheidung fällen müssen“, sagte Stadträtin Gerda Schrägle angesichts der düsteren Zahlen. Sie regte an, vor dem Einstellen einer Planungsrate für die Limburghalle zu diskutieren, ob tatsächlich eine Sanierung oder ein Neubau sinnvoll sei. „Wir wissen jetzt, dass wir viele Baustellen haben und sind auf dem Boden der Realität angekommen“, konstatierte Bernd Kautter. Das sei nicht immer so gewesen.

Martin Pfauth vermisste sowohl das Freibad am Scholderplatz sowie die Ortsdurchfahrt Hepsisau in der Liste. Züfle erklärte dies damit, dass das Freibad nicht in die Rubrik Hochbau gehöre und mit dem Ausbau der Hauptstraße in Hepsisau auf die Stadt keine Kosten zukämen.

Dr. Hansjörg Egerer hielt es für überlegenswert, bei anstehenden Umrüstungen von Straßenleuchten zu prüfen, ob die LED-Technik mit dem kalten, blauen Licht tatsächlich erste Wahl sei. Er monierte dabei insbesondere den „krassen Übergang“ zu den gelblich leuchtenden Natriumdampflampen. Wie Stadtbaumeister Jens Hofmann betonte, habe sich die Verwaltung mit der Frage bereits auseinandergesetzt. Johannes Züfle sagte zu, das Thema separat aufzugreifen. Das Ratsgremium nahm von dem vorgestellten Modernisierungskonzept Kenntnis.