Spätestens gestern Punkt 18 Uhr mussten die Listen für die Kommunalwahl vorliegen
Jetzt beginnt der Wahlkampf

36 Räte haben sich im Kirchheimer Ratsgremium in den vergangenen fünf Jahren die Köpfe zerbrochen, um zukunftsweisende Entscheidungen für die Stadt zu fällen. Zehn davon, mehr als ein Viertel, nehmen jetzt Abschied von der Lokalpolitik. Sicher ist: Bisher sind sieben Fraktionen und Gruppierungen im Rund vertreten, und mehr werden es auch künftig nicht sein.

Kirchheim. 36 gewählte Abgeordnete vertraten die Bürger bisher im Kirchheimer Ratsrund, 29 Männer und sieben Frauen. Wie Wahlamtsleiter Jochen Schilling mitteilte, dürfen maximal 34 Kandidaten auf den einzelnen Listen aufgeführt sein. Nur in einem Fall wurde dieses Kontingent ausgeschöpft. Insgesamt gibt es 215 Kandidaten auf sieben Listen, davon sind 94 weiblich. Gestern Abend blickte Jochen Schilling zum letzten Mal in den Briefkasten. Schlag 18 Uhr war Abgabeschluss für die Listen. Allerdings werden diese erst am Montag amtlich, denn dann tagt der Wahlausschuss.

Seit gestern steht aber zumindest fest, wer von den bisherigen Bürgervertretern nicht mehr kandidiert. Wer nachrückt beziehungsweise ob die übrigen bisherigen Gewählten auch weiterhin die Politik gestalten werden, das liegt in den Händen der Wähler. Sie machen am 25. Mai bei der Kommunalwahl ihre Kreuzchen.

Die CDU ist mit acht Sitzen und 20,88 Prozent der Wählerstimmen, die sie bei der Wahl 2009 erhielt, die größte Fraktion im Kirchheimer Gemeinderat. Sie ist bereits im Dezember als erste mit einer Liste in alphabetischer Reihenfolge an die Öffentlichkeit gegangen. Mehr als die Hälfte, nämlich fünf der bisherigen Stadträte, treten nicht mehr an. Allein bei der CDU nehmen also so viele Räte ihren Hut wie bei den anderen Fraktionen zusammen. Nicht mehr dabei sind Dietmar Hoyler und Mathias Waggershauser, die bei der letzten Wahl jeweils weit über 5000 Stimmen für sich verbuchen konnten, aber auch Steffen Barner, Eva Baudouin und Stefan Hägele. Erneut kandidieren Fraktionsvorsitzender Dr. Thilo Rose, Klaus Buck und Wilfried Veeser.

Die Freien Wähler waren mit sieben Sitzen bislang gleichauf mit der SPD, mit 19,25 Prozent der Wählerstimmen einen Wimpernschlag davor. Sie müssen künftig auf ihren langjährigen Fraktionsvorsitzenden verzichten: Hagen Zweifel tritt nicht mehr an. Erneut ins Rennen geht für die Freien Wähler jedoch Dr. Christoph Miller, mit 6 778 Stimmen fraktionsinterner Stimmenkönig im Jahr 2009. Außer ihm stehen auf der Liste auch die anderen bisherigen Stadträte der Freien Wähler, nämlich Ulrich Kübler, Andreas Banzhaf, Ralf Gerber, Christof Schweiß und Reinhold Ambacher aus Jesingen.

Die SPD mit ebenfalls sieben Sitzen konnte 2009 19,2 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Hier sind es der Älteste und der Jüngste in der Fraktion, die aus der Lokalpolitik aussteigen: Hans Gregor, der bisher für Jesingen ins Rund gewählt wurde, und Jonas Kenner, Jüngster im gesamten Ratsrund. Erneut kandidieren wollen der Fraktionsvorsitzende Walter Aeugle, Peter Bodo Schöllkopf, Gerwin Harand, Tonja Brinks und Andreas Kenner. Andreas Kenner ging aus der letzten Wahl mit insgesamt 8 616 Stimmen als absoluter Stimmenkönig im gesamten Gemeinderat hervor.

Das bisherige Stadtratsquintett der Grünen findet sich auch heuer komplett auf den Wahlzetteln. Spitzenkandidatin ist die seitherige Fraktionsführerin Sabine Bur am Orde-Käß. Auch der Landtagsabgeordnete Andreas Schwarz, mit 5 595 Stimmen bei der letzten Wahl Stimmenkönig der Grünen, will sich weiter in seiner Heimatstadt politisch einbringen, ebenso stellen sich die Stadträte Christoph Lempp, Manfred Macho­czek und Karl-Heinz Schöllkopf zur Wiederwahl.

Bei der FDP/Kibü scheidet wie bei den Freien Wählern ein politisches Urgestein aus, der langjährige FDP-Fraktionsvorsitzende Bernhard Most. Erneut kandidieren Stimmenkönig Albert Kahle, der einst die Kibü (Kirchheimer Bürger) gründete und im Jahr 2009 5 477 Stimmen erhielt, sowie Siegfried Pöschl und Ulrich Kreyscher.

Die Frauenliste ist seit 2004 im Gemeinderat vertreten und erreichte 2009 mit drei Sitzen Fraktionsstärke. Sie geht wieder mit ihrer Fraktionsvorsitzenden Dr. Silvia Oberhauser ins Rennen, mit 6 965 Stimmen Stimmenkönigin der Frauenliste. Eva Frohnmeyer-Carey kandidiert ebenfalls erneut, Birgit Müller wendet sich nach zehn Jahren aktiver politischer Tätigkeit neuen Aufgaben zu.

Die CIK (Christliche Initiative Kirchheim), die auch zum dritten Mal antritt, ist bislang mit den beiden gewählten Stadträten Hans Kiefer und Katja Seybold eine Gruppierung im Ratsrund. Beide treten wieder an.

Die „Liste Altes Haus (AH)“ steht nun doch nicht zur Wahl.