IHK zeichnet besonders gute Azubis aus – Plädoyer für die duale Ausbildung
Karriere mit Lehre

Sie haben ihre Ausbildung nicht nur hinter sich gebracht, sie haben sie mit Bravour bestanden. Für ihre hervorragenden Abschlussnoten wurden rund 200 Ex-Azubis von der IHK Esslingen-Nürtingen ausgezeichnet. Vor den Augen stolzer Eltern gab es Urkunden und Büchergutscheine für die jungen Frauen und Männer, die im Sommer ihre Abschlussprüfung abgelegt haben.

Plochingen. Etwa 2 000 Auszubildende werden jährlich im Bereich der IHK Esslingen-Nürtingen geprüft. In der jüngsten Sommerprüfung waren es 642. Von ihnen bekamen 154, die mit der Note 1,9 bis 1,5 abgeschlossen haben, eine Belobigung. 42 junge Frauen und Männer schafften die 1,4 oder besser und erhielten neben einer Urkunde auch einen Preis, nämlich einen Büchergutschein. Dieter Proß, Leiter des Referats „Beruf und Qualifikation“ zeigte sich hoch zufrieden. „Damit haben mehr als 15 Prozent der Prüflinge hervorragend abgeschnitten, das ist eine sehr gute Quote.“ Unter den besonders guten Azubis war auch ein Landesbester: Yunus Akca, der Fachlagerist bei der Süddeutschen Zeitungszentrale Grosso-GmbH in Esslingen gelernt hat.

Besonders stolz auf ihre sehr guten Azubis konnten am Mittwochabend in der Plochinger Stadthalle die bekannten Firmennamen der Region sein. Jeweils mehrere ausgezeichnete junge Frauen und Männer kamen aus der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, von Festo, Index, Heller, Aldi, Volksbank, Roto Frank und Daimler Untertürkheim.

Der Präsident der IHK, Wolfgang Kiesel, nutzte die Ehrung, um für das duale Ausbildungssystem zu werben. Genau dieses Berufsbildungssystem sei der Grund für die gute wirtschaftliche Lage, für hohe wirtschaftliche Produktivität und internationale Konkurrenzfähigkeit.

Zudem trage die duale Ausbildung dazu bei, dass in Deutschland und anderen Ländern mit vergleichbaren Ausbildungssystemen die Jugendarbeitslosigkeit niedrig ist, so Kiesel. Das deutsche duale Ausbildungssystem wird weltweit aner­kannt und exportiert. Schade, meinte Kiesel, dass es im eigenen Land nicht so hoch geschätzt werde. Die Konzentration der Bildungspolitik auf das Studium hält der IHK-Präsident für verfehlt: „Bei uns in Baden-Württemberg hat die Landesregierung das Ziel ausgegeben, die Hälfte eines Altersjahrgangs solle studieren. Gleichzeitig haben wir erschreckend hohe Abbruchquoten an den Hochschulen.“ Kiesel betonte, man habe mit einer guten Ausbildung in der Tasche auch später noch viele Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln, sei es durch ein Studium oder andere Qualifikationen. Eine „Karriere mit Lehre“ ist möglich.