Kreis Esslingen. Die GEW-Vertrauenspersonen, die im Namen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in ihren Kollegien Belange und Positionen der GEW diskutieren, protestieren in einem Schreiben an die Landtagsabgeordneten Andrea Lindlohr, Andreas Schwarz und Winfried Kretschmann, Grüne, und Wolfgang Drexler, SPD, gegen die beabsichtigte Kürzung der sogenannten Poolstunden um 14 Prozent. Diese „Poolstunden“ werden Lehrkräften gewährt, um einen zeitlichen Ausgleich für die vielfältigen, zunehmenden Arbeitsbelastungen in vielen Bereichen von Schule, Erziehung und Unterricht zu schaffen.
Die GEW-Vertrauenspersonen fordern, die beabsichtigte Kürzung nicht umzusetzen. GEW-Kreisvorsitzender Hans Dörr rechnet den Abgeordneten vor, was die Kürzung für eine Grund- und Werkrealschule mit 20 Klassen bedeuten würde. Diese Schule erhielt bisher sieben Deputatsstunden pro Woche zum Ausgleich zusätzlicher Aufgaben. Dörr stellt im Schreiben fest: „Sieben Deputatsstunden sind 10,5 Zeitstunden. Wenn ich die auf 40 Lehrkräfte umverteile, dann habe ich pro Woche 15 Minuten. Wie soll ich mit 15 Minuten in der Woche die Qualität von Unterricht und Erziehung in der Schule sichern und weiterentwickeln. Das ist überhaupt nicht machbar. Selbst wenn ich dieses Zeitvolumen auf zehn Lehrkräfte konzentriere, bleibt nur eine Stunde pro Lehrkraft.“
Nun sollen diese für die vielen schulischen Arbeitsfelder in keiner Weise ausreichenden Zeitressourcen noch einmal um 14 Prozent gekürzt werden, klagen die GEW-Vertrauenspersonen in ihrem Schreiben. Die oben genannte Grund- und Werkrealschule zum Beispiel erhielte statt sieben Deputatsstunden nun sechs Deputatsstunden: anderthalb Zeitstunden weniger. Die Folgen der Kürzung würden nicht ausbleiben: Aufgaben würden entweder überhaupt nicht mehr oder aber nicht mehr in der bisherigen Qualität erledigt werden können, die Bereitschaft und Motivation der Lehrkräfte zur Übernahme zusätzlicher Belastungen würde stark zurückgehen, die Arbeit der Schulleitungen würde zusätzlich erschwert und die Überlastung würde steigen. Um all dies zu verhindern, fordert Hans Dörr im Namen seiner GEW-Kollegen die Abgeordneten auf, mit aller Kraft der Kürzung entgegenzuwirken.pm
