Neues Konzept: Albaufstiege kurzzeitig sperren und räumen – Schneekettenpflicht für Lkw
Keiner soll auf Steigen hängen bleiben

Mit vollen Salzlagern und einem neuen Konzept für die Albsteigen wollen die Straßenmeistereien der Landkreise Esslingen und Göppingen dafür sorgen, dass die Verkehrsteilnehmer auch im Winter ihre Ziele sicher und zeitnah erreichen.

Kreis Esslingen. Kaum fiel auf der Schwäbischen Alb vor zwei Wochen der erste Schnee, kam es auch schon auf der Ochsenwanger Steige zu Rutschpartien mehrerer Fahrzeuge und einem kleinen Unfall. Die Polizei sperrte daraufhin den Albaufstieg für mehrere Stunden.

Um solchen Schlitterfahrten künftig rechtzeitig zu begegnen, überlegte sich das Straßenbauamt Kirchheim gemeinsam mit der Polizei, der Verkehrsbehörde und den Gemeinden an der Ochsenwanger, Gutenberger und Beurener Steige ein Konzept. Das sieht vor, mit fest installierten Klapptafeln die engen und steilen Albsteigen für kurze Zeit zu sperren, um sie räumen und streuen zu können. Auf den Tafeln steht der Name der Steige mit dem Zusatz „gesperrt“.

„Die Sperrzeiten werden so kurz wie möglich gehalten“, versichert Thorsten König, der Leiter des für die Landkreise Esslingen und Göppingen zuständigen Straßenbauamts. Und: Gesperrt wird nur bei sehr starkem Schneefall sowie glatten Fahrbahnen und nur für etwa zwei bis drei Stunden.

Diese Sperrzeiten, um die Steigen zu räumen, dürften König zufolge kürzer ausfallen, als die durch querstehende und weggerutschte Autos und Lkw verursachten Sperrungen durch die Polizei. Außerdem werden die jeweiligen Sperrungen der Alb­aufstiege über den Verkehrsfunk ­bekannt gegeben.

Eine weitere Vorsorgemaßnahme trifft erstmals in diesem Winter Brummifahrer mit Lastkraftwagen ab 7,5 Tonnen auf der B 465 an der Gutenberger Steige. Sie müssen bei Bedarf Schneeketten an ihren Lkw aufziehen. Parkplätze dafür sind ausgeschildert. Die Schilder wurden bestellt und sollen demnächst installiert werden.

Straßenbauamtsleiter Thorsten König fühlt sich gut vorbereitet und blickt gelassen dem Winter entgegen. Die etwa 60 Winterdienstmitarbeiter der drei Straßenmeistereien Kirchheim, Deizisau und Geislingen, davon zehn Einsatzleiter, sind gewappnet, die Salzlager gefüllt. Circa 7 400 Tonnen Tausalz in zehn Hallen warten darauf, auf rund 1 150 Kilometer winterlichen Straßen in den zwei Landkreisen verteilt zu werden. Neun Soletanks mit zusätzlichen 300 000 Litern Sole stehen für den Wintereinsatz bereit.

Noch zu gut hat Thorsten König den Winter 2010/2011 in Erinnerung. Damals ging aufgrund der extremen Witterung rasch das Salz zu Ende und selbst die Hersteller kamen in Lieferschwierigkeiten. Das soll sich nicht wiederholen. „Wir ordern regelmäßig nach“, so König.

Insgesamt 15 orangerote Straßenmeisterei-Winterdienstfahrzeuge und 28 Räum- und Streu-Lastkraftwagen fremder Unternehmen werden auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in den Kreisen Esslingen und Göppingen für gut befahrbare Straßen sorgen. Keine leichte Aufgabe bei 26 bis zu 18 Prozent steilen Albaufstiegen.

Darüber hinaus betreuen die Straßenmeistereien auch Teile des Stadtkreises Stuttgart mit. Auf der B 10 zwischen Plochinger Dreieck und der Poststraße in Stuttgart, der B 27 zwischen Kreisgrenze bei Waldorf-Häslach und Stuttgart-Degerloch sowie der B 313 zwischen der Anschlussstelle A 8 Wendlingen und Plochingen wird rund um die Uhr gestreut und geräumt.

Im restlichen Streckennetz sind die Winterdienstmitarbeiter von 3.30 Uhr bis 22 Uhr im Einsatz, wenn erforderlich auch bis 23.45 Uhr.