Kirchheim. 50 Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren standen im Mehrgenerationenhaus Linde auf der Bühne und zitterten vor Horri, dem Monster. Nadja Alexandra Strand hatte das Monstermusical von Jörg Ehni und Uli Führe mit dem Vorchor II und dem Hauptchor I der Musikschule Kirchheim einstudiert und extra eine Projektband für das Stück zusammengestellt. Am Samstag konnte sie eine packende und engagierte Inszenierung präsentieren, die durch und durch altersgerecht zurechtgeschnitten war.
Der Freiburger Komponist Uli Führe hat eingängige Melodien mit überschaubaren Rhythmen und Harmonien verknüpft. Librettist Jörg Ehni hat den ewigen Kampf der Geschlechter als Klischee bedient und damit die kindlichen Emotionen am Nerv getroffen. Chortutti wechseln sich mit Gruppen- und Einzelrollen ab, sodass alle Beteiligten lebhaft mitwirken können.
In den Rollen als Männer, Frauen und Kinder standen sich die Musikschul-Akteure zunächst ratlos und wütend gegenüber. Dabei versprachen Kostüme und Bühnendeko reinste Idylle. Die Leute waren nett und adrett gekleidet. Ein reizendes Fachwerkhäuschen und weitere Gebäudefassaden zierten den Raum, und im Hintergrund war die friedliche Landschaft der Schwäbischen Alb zu sehen.
Die Idylle trog, denn Horri, das Monster, saß in eben diesem Fachwerkhäuschen, heulte erbärmlich und versetzte die Dorfbewohner in Angst und Schrecken. Gespielt und gesungen wurde die Rolle in anrührender Weise mit sanftem Timbre von Alexa Kramer (nachmittags von Isabella Bögershausen). Alles andere als sanft reagierte das Dorfvolk. Mit Verve, das heißt mit glasklarem Kolorit und bestens verstehbaren Stimmen tönte der Chor einstimmig: „Wir halten das nicht länger aus!“
Geschlechtsspezifisch unterschiedlich waren allerdings die Lösungsvorschläge für das Problem Horri. So wollten die Männer das Monster mit Waffen unschädlich machen. Eine riesige Rakete samt Flammenwerfer wurde angeschleppt und „Was wäre ein Mann ohne Kanone – er ist doch selbst eine Kanone“ dazu gesungen. Die Frauenfraktion hingegen wollte aus dem Dorf fliehen, um anderswo ein besseres Leben zu führen, nicht ohne die Männer zu maßregeln: „Ich sage nein, nein, nein!“
Dass die Kinder die beste Lösung parat hatten, versteht sich von selbst. Dass die Eltern um ihre Kinder in Sorge waren, ebenso. Aber Kommunikation und Vertrauen der Kinder bewirkten, dass Horri ins Dorfleben integriert wurde und sich nicht mehr ganz so hässlich und einsam fühlte.
Temporeich spielten sich die Musikschulkinder die witzigen Dialoge zu, sangen mühelos solistisch und gepflegt im Ensemble. Passgenau agierte die Projektband mit Tobias Hepperle am Klavier, Julian Türk an der E-Gitarre, Tommy Strand am E-Bass und Simon Spittel am Schlagzeug unter der souveränen Leitung von Nadja Strand.
